When in… Den Haag

Der Sommer neigt sich so langsam aber sicher dann doch dem Ende zu. Wie immer zu früh, allerdings gibt mir das regnerische Wetter auch die Möglichkeit, mich zuhause einzukuscheln und in Erinnerungen an meine Sommerreisen zu schwelgen. Und diese mit euch zu teilen. Obwohl ich für den Sommer nichts wirklich geplant hatte, ging es nach London, in die Niederlande, an die Ostsee, nach Münster und an die Mecklenburgische Seenplatte. Und Ende des Monats steht noch ein weiterer Trip bevor, auf den ich mich schon seeehr freue!

Heute aber erstmal zum Vergangenen: Im Juni fuhr ich für ein paar Tage nach Holland, um die liebe Alina zu besuchen. Davon verbrachten wir einen Tag in Den Haag, einer Stadt von der ich nichts wirklich wusste, außer, dass sie am Meer liegt. Umso positiver war ich überrascht dann da zu sein, denn die Innenstadt ist wunderschön und voll süßer Läden, leckerer Restaurants und ganz viel Lebensqualität.

Beginnen wir unseren Strandtag in Den Haag passend: am Strand. Dieser liegt nicht in der Stadt direkt, sondern ein kleines bisschen außerhalb in Scheveningen. Dorthin sind wir ganz unkompliziert vom Hauptbahnhof mit der Tram gefahren und erkannten die Station auch gleich an diesem schönen Gebäude:

Kurhaus

Architektur

Auf ging es von dort zum eigentlichen Strand, wo wir zunächst über den Pier schlenderten und uns auf dem dazugehörigen Turm einen kleinen Überblick verschafften. Wunderschön, wenn auch sehr windig!

Steg

Ausblick

Strand

Portrait

Pier

Pavillion

Fernglas

Panorama

Als es uns zu kalt wurde, kletterten wir wieder nach unten und schlenderten noch etwas am Strand entlang. Der Geruch von Salz und Fisch, das Gefühl von Sand zwischen den Zehen und ein aufmerksamer Blick auf potentiell schöne Muscheln – was gibt es besseres!

Pier vom Strand

Bekanntermaßen macht Seeluft ja hungrig und glücklicherweise gibt es in Scheveningen ganz viele Strandbars, -cafés und -restaurants. Wir entschieden uns für eins, das an sich ok war, aber vorallem seeehr leckeren Eiskaffee hatte. Leider nicht das, das auf dem Bild zu sehen ist, aber das war so fotogen!

Beachbar

Passend zum Ende unserer Strandzeit verschwand auch die Sonne und so machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wie schon erwähnt voller schöner Geschäfte und Restaurants – einfach zum Wohlfühlen. Mein Lieblingsladen war definitiv Van Stockum, eine riesige Buchhandlung voller Deko und kleinen, schönen Dingen.

Altstadt

Passage

Innenstadt

Café

Biergarten

Wie jeder Urlaubstag – und das sind die Tage am Strand ja besonders – ging auch der in Den Haag viel zu schnell vorbei. Trotzdem war es wunderschön und hat mir definitiv Lust gemacht, ganz bald in die Niederlande zurückzukehren.

Bis bald, Franzi

082016 – Reunions, Münster, Berlin

Nachdem sich hier die letzten Wochen ungeplant eine kleine Funkstille eingeschlichen hat (das Leben kam dazwischen), bin ich jetzt wieder zurück, mit ganz viel zu erzählen aus dem letzten Monat!

Wiedervereint: Im August habe ich einige Menschen wiedergetroffen, die ich zum letzten Mal in während der Schule oder in den USA gesehen habe. Ich liebe es, Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen mich so viele Erinnerungen und Momente verbinden.

Zuerst einmal ist eine liebe Freundin, mit der ich Abi gemacht habe, seit Anfang des Monats auch für ein Praktikum in Berlin. Ich habe sie bei ihrer Ankunft am ZOB abgeholt und habe das Gefühl, seitdem haben wir schon unheimlich viel zusammen erlebt. Picknicks, Ausflüge, Seen, Museen, viele durchgemachte und durchgeredete Nächte. Wahnsinn, wie schnell einem ein Mensch so sehr ans Herz wachsen kann.

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Leider nur ganz kurz, aber trotzdem sehr schön, war Ende August eine andere Schulfreundin hier zu Besuch. Da ich an den beiden Tagen ziemlich viel arbeiten musste, haben wir uns immer nur abends gesehen und die Zeit stand dann ganz im Zeichen des Essens. Allem voran, dieses wahnsinnige Erlebnis:

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Auch eine Au Pair Freundin kam für ein Wochenende nach Berlin, was ich ganz kurzfristig erfuhr und glücklicherweise haben wir es geschafft uns zu einem gemütlichen Sonntagsfrühstück im DALUMA zu treffen. Acai Bowls, Smoothies, und und und… Sehr berlinerisch, obwohl es auch New York hätte sein können. Und in ganz vielen Erinnerungen an diese Traumstadt haben wir dementsprechend auch geschwelgt.

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Und last but not least, habe ich für ein Wochenende Berlin verlassen, um die wunderbare Chrissi wiederzutreffen. Wir schwärmten von unseren Gastfamilien, schauten Disneyfilme, bekundeten unsere Connecticut Liebe und sie zeigte mir das wunderschöne…

Neu entdeckt: … Münster! Ich war vorher noch nie da und hatte auch nicht wirklich ein Bild von der Stadt. Umso begeisterter war ich von der tollen, historischen Altstadt, dem leckeren Essen, der Promenade, dem See, dem Schloss und, und, und… Hätte das ja wirklich nicht erwartet, aber je mehr ich davon sehe, desto lieber mag ich tatsächlich auch Deutschland.

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Und noch eine andere Stadt wurde im August neu entdeckt – Potsdam. Ist ja von Berlin aus im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend und so, so, so schön! Wieder ein Schloss, das holländische Viertel und mein Highlight, die Cupcakes der Krümelfee. Perfekter Sommertag!

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Sommer geliebt: Apropos Sommertag, im August hat das schöne Wetter sich noch einmal angestrengt und ich habe das gnadenlos ausgenutzt (und tue es immernoch, denn auch der September ist bisher wunderschön). Es ging an den See, auf Rooftop Bars, wir saßen vor Cafés in der Sonne, liefen durch die verrückten Berliner Nächte bis die Sonne wieder aufging, hörten Musik im Park, lagen in Liegestühlen mit den Füßen im Sand. Wir lebten den Sommer in dieser wunderschönen, vielseitigen Stadt, inklusive allabendlicher traumschöner Sonnenuntergänge!

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Schockmoment: Stell dir vor, du liegst nachts schlafend in deinem Bett. Du meinst, ein Licht zu sehen, die sich öffnende Tür zu hören. Bestimmt ein Traum, denkst du und drehst dich auf die andere Seite. Bis du wieder wach wirst. Du hörst flüsternde Stimmen. In deinem Zimmer. Blinzelst durch die müden Augenlider und siehst ein Licht, das dir ins Gesicht scheint. Einbrecher! ist dein erster Gedanke. Unauffällig blinzelst du weiter. Und siehst neben dem Licht einen Mann im Anzug. Du schließt die Augen wieder. Was ist hier los? Doch nur ein Traum? Aber die Geräusche nehmen nicht ab, du musst etwas tun. Öffnest vorsichtig wieder die Augen, siehst auf dem Boden eine deiner Mitbewohnerinnen in einem unförmigen Anzug. Sie rollt Richtung Fenster. Du starrst sie an. Sie starrt zurück. Was ist hier los? Plötzlich geht das Licht an, Bewegung kommt ins Zimmer. Der Mann im Anzug kommt auf dich zu, gibt dir die Hand und sagt: „Hallo Franzi, ich bin Joko Winterscheid von Pro7 und wir haben uns einen kleinen Spaß in eurer WG erlaubt.“ Es ist 3 Uhr nachts. Das ist kein Traum.

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Kultur erlebt: Berlin ist so voller Galerien, Museen und Veranstaltungen, das eigentlich jeder Tag, den man zuhause verbringt, verschwendet ist. Trotzdem braucht es auch diese Zuhause Abende, an denen etwas Leckeres gekocht und sich mit seichten Youtube Videos die Zeit vertrieben wird. An vielen Abenden und Wochenenden raffe ich mich aber nochmal auf gehe raus und entdecke Berlin. Das führte letzten Monat zu einem Besuch des Museums unter dem Denkmal der ermordeten Juden. Umfangreicher als erwartet, sehr persönlich, sehr gut und natürlich auch sehr beklemmend.

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Auf der Suche nach einem kleinen Lichtblick, liefen wir nach dem Museumsbesuch noch durch Mitte und fanden uns im Regierungsviertel wieder. Bis Anfang Oktober, wird hier noch jeden Abend zu Sonnenuntergang eine Lichtshow zum Thema „Für das Volk. Vom Reichstag zum Bundestag“ projiziert. Sehr interessant, zum größten Teil aber auch etwas trocken. Wenn dann aber die Mauer fällt, Menschen sich lachend und weinend in den Armen liegen und „An Tagen wie diesen“ gesungen wird, kommt die Gänsehaut und mit ihr die Dankbarkeit, in so einer besonderen und einzigartigen Stadt leben zu können.

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Ebenfalls im Regierungsviertel wurden letzten Monat zum Tag der Offenen Tür die Pforten geöffnet. Ich stand dabei etwas vor dem „Berlin Problem“: zu viel Auswahl, Überforderung, Lähmung. Was ich jedoch mitnahm und mir anschaute, brachte neue Denkanstöße und einen spannenden Blick hinter die Kulissen.

Eigentlich als ein kleiner Ausflug in eine schönere Welt gedacht, war unser Besuch in der „Allure“ Ausstellung im C/O Berlin. Das war sie auch, doch dann machten wir uns auf den Weg in den ersten Stock der Galerie. Der dort wartende Film über die Straßen des Heroinhandels war alles andere als schön, sondern eher verstörend, aufrüttelnd, beängstigend. Und immer wieder faszinierend zu sehen, was für unterschiedliche Gesichter und Wirkungen „Kunst“ hat.

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Das war es auch schon zu meinem August, wenn möglich wird der September sogar noch toller und abwechslungsreicher, denn es ist schon viel passiert und noch einiges geplant. Das gibt mir zwar einerseits viel zu berichten, macht andererseits das Bloggen aber auch nicht so einfach. Ich gebe aber mein bestes, zumindest ein bis zweimal pro Woche von mir hören zu lassen!

Bis bald (fingers crossed), Franzi

072016 – Freundschaft, Arbeit, Stadtflucht

Es ist August. Der letzte richtige Sommermonat. Der vorletzte Monat meines Praktikums (das doch erst im letzten begonnen hat!). Ein hoffentlich entspannter Monat, in dem die ersten Punkte der Sommer-To-Do-Liste bereits abgehakt sind und wir uns nicht mehr voller Tatendrang in jeden Sonnenstrahl stürzen, sondern auch einfach mal einen warmen Tag am See oder auf dem Balkon verquatschen. Ich freu mich drauf! Mehr zu meinen August Plänen allerdings am Ende und jetzt wird erst noch mal ein kurzer Blick zurück geworfen in einen der gefühlt am schnellsten vergehenden Monate des Jahres.

Im Büro: Im Juli ging ja mein Praktikum los und da ist auch schon so einiges passiert. Ich habe viel geschrieben, viel gelernt, gekocht, fotografiert, war bei Shootings, auf Location Suche und Shopping Trips. Außerdem ist das Team absolut toll, das Büro wunderschön – ich bin begeistert! Und auch wenn es manchmal sehr früh ist, stehe ich hier sehr gerne auf und freue mich auf das, was die Tage so bringen.

Work
Mein Arbeitsplatz
Locations
Location Scouting im Tiergarten
Arbeitsausflug
„Arbeitsausflug“ auf die Pfaueninsel

In Berlin: Im Juli habe ich versucht so viel wie möglich von Berlin zu sehen und dabei mal wieder festgestellt, wie riesig und vielfältig diese Stadt ist. Wohl eine meiner Lieblingsbeschäftigungen gerade im Sommer hier sind die vielen Märkte. Bisher war ich auf dem Weddingmarkt, mit ganz vielen Designern, dem RAW-Flohmarkt, dem riiiesigen Flohmarkt am Mauerpark und dem Kreuzboerg Flowmarkt.

Flohmarkt Location
Flohmarkt in den Prinzessinnengärten – der Name bürgt für Qualität, oder?

Holzhaus

Toll sind auch diese Veranstaltungen, die ganz besonders und einzigartig in Berlin sind. Zum Beispiel das Gelato Festival, bei dem man für 9 Euro über 10 verschiedene, ganz ungewöhnliche Eissorten testen konnte und dann für seine liebste abstimmte. Mein Favorit hat sogar gewonnen – griechisches Joghurteis mit Cranberries, Honig, Knusper und Nüssen. So gut! Außerdem waren wir bei der Ben & Jerry’s Movie Night, wie der Name schon sagt, gab es wieder Eis (gratis!) und dazu „Ziemlich beste Freunde“ unter freiem Himmel.

Gelato Winner
Eine der leckeren Sorten beim Gelato Festival!

Ebenfalls unter freiem Himmel war auch mein Besuch bei der Shakespeare Company Berlin, deren „Kaufmann von Venedig“ mich absolut umgehauen hat und das Public Viewing im komplett überfüllten Biergarten am Fehrbelliner Platz. Ganz besonders war auch der Besuch im „Live there House“ von Airbnb, bei dem Melodie Michelberger und Fabian Hart mit extrem klugen und interessanten Zuhörern (zu denen ich plötzlich auch gehörte) über Mode und mehr diskutierten.

Shakespeare Company
Der Park, in dem die Shakespeare Company auftritt.
Airbnb
Im Airbnb Haus.

Dann war da auch noch die Nachtausstellung des Foreign Affairs Festivals in den Festspielen Berlin. Sehr moderne Kunst und etwas verwirrend, aber auch sehr cool. Und last but not least bei den typisch Berlin Erfahrungen: Bier Yoga. Ist genau das, wonach es klingt, man macht Yoga, trinkt dabei Bier, balanciert die Flasche wahlweise auf Knie oder Kopf und hat sehr viel zu lachen.

Installation
Die Nachtausstellung beim Foreign Affairs Festival.

Ausstellung

Bieryoga
Fröhliche Verrenkungen beim Bier Yoga!

Aus der Stadt: So sehr ich Berlin liebe, habe ich der Stadt im Juli auch zweimal den Rücken zugewandt, um fürs Wochenende aufs Land zu fahren (fühle mich wie 60 während ich das schreibe). Einmal ging es nach Mecklenburg, an die Müritzer Seenplatte. Mit anderen ehemaligen Au Pairs und Work & Travellern schipperte ich in einem Kanu übers Wasser, was nicht so einfach war, wie man denkt. Aber glücklicherweise sind wir auch nicht gekentert und hatten sehr viel Spaß! Abends haben wir dann noch gegrillt, einen Film geschaut, Lagerfeuer gemacht und auf einem wunderschönen Landgut übernachtet, bevor es Sonntagnachmittag wieder in die Heimat ging. Das ganze hatte so einen nostalgischen Klassenfahrtenflair, wozu vielleicht auch „Findet Nemo“ als Filmwahl und endlose Tischtennismatches beitrugen. Von diesem Wochenende gibt es auch kein einziges Bild, was ja meistens ein gutes Zeichen ist!

Eine Woche später hüpfte ich mit meiner liebsten Mitpraktikantin in den Zug gen Norden. Wir verbrachten das Wochenende in Rostock, also an der Ostsee. In meinem Meer Post habe ich ja schon einige Eindrücke geteilt, einen kleinen Reisebericht wird es auf jeden Fall auch noch geben, denn Rostock ist eine super süße Stadt und perfekt für ein Wochenende mit Urlaubsgefühlen zum Mitnehmen.

Bohlen
Ostseeliebe

In Gedanken: Gedanken, die mich im Juli bewegten. Allerdings hauptsächlich die traurig-pessimistischen, die ich auch aufschrieb.

„Nur ich. Keine Bedeutung, keine Konsequenzen, who cares?“

„Ich erfülle mir meine Träume, baue mir hier ein Leben auf. Liebe die Stadt, liebe die Möglichkeiten. Aber ist das wirklich das richtige? Kann ich hier glücklich werden? Wann werde ich aufhören, mich wie in einer Blase zu fühlen?“

„Schon lange nicht mehr so ein Gefühlschaos an einem Abend erlebt.“

„Niemand kennt mich hier. Das geht so weit, dass ich das Gefühl habe, mich selbst nicht mehr zu kennen. Ein weißes Blatt in einer bunten Stadt. Weggehweht.“

Will mutig sein, mich neu erfinden, alles probieren. Alles? Nein. Nicht um jeden Preis. Ich weiß vielleicht noch nicht genau, wer ich bin, aber dafür, wer ich nicht bin.“

„Es gibt keine Sicherheit, keine Garantie, die uns sagt, ob wir 90 oder 29 werden. Wir wissen es nicht und sind allein mit der Unsicherheit und endlosen Entscheidungen, wie wir unsere Zukunft gestalten.“

In der Zukunft:  Wie schon angedeutet, wird der August voraussichtlich ein ziemlich entspannter Monat. Ich habe einen Wochenendtrip geplant, um eine Au Pair Freundin wieder zu sehen, einige andere Freunde werde ich in Berlin treffen. Ansonsten will ich hier noch mehr ankommen, ein bisschen besser orientiert sein und den Sommer genießen. Denn der September und Oktober werden mit Besuchen, Arbeit, Umzug und Unistart wahrscheinlich ziemlich voll, daher wird im August nochmal durchgeatmet.

Bis bald, Franzi

Was mir das Verlängern gebracht hat…

Wenn ihr diesen Post lest, bin ich schon in meinem Reisemonat, ich schreibe ihn aber an meinem vorletzten Tag als Au Pair. Wo sind die fünf Monate, seit ich das letzte Mal in Deutschland war, hin? Einerseits ist seitdem unheimlich viel passiert, andererseits und gerade dadurch ist die Zeit auch verflogen. Jetzt, am Ende meiner Au Pair Zeit, am Ende meiner Verlängerung, ist es denke ich Zeit für ein kleines Resumé. War es das wert? Das Au Pair Jahr auf jeden Fall, aber auch die Verlängerung? Ich denke (für mich) ja und habe mal ein paar Punkte gesammelt, warum das so ist:

  • Freundschaft: Im Mai 2015 traf ich mich das erste Mal mit Lisa, einen Monat später mit Helena. Mein erstes Jahr war zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie vorbei, hätte ich nicht verlängert, wäre ich an neuen Freunden wohl kaum noch interessiert gewesen. So war ich das aber und habe dadurch meine beiden besten und liebsten Connecticut Freundinnen kennengelernt. New York Besuche, Philadelphia, Florida, Cape Cod, Salem, kiloweise Cheesecake, Nachogelüste, ein Babyeinhorn und noch so viele andere Erinnerungen verbinden uns mittlerweile, Besuche und Reunions werden schon geplant und die beiden nehmen einfach einen riesigen Teil meines Lebens und meines Herzens ein. Schon das machte es wert, die letzten neun Monate noch in den USA zu sein.

Collage Friends

  • Reisen: New Orleans, Florida, Los Angeles, Cape Cod, Chicago, die Niagarafälle, Vermont, Atlanta,… Das sind nur einige der Tripps, die ich in meiner Verlängerung unternommen habe und die ich in einem Jahr niemals alle hätte sehen können. Dazu kommen zahlreiche weitere New York City Besuche, die ich nicht missen möchte und durch die ich mich in meiner Lieblingsstadt jetzt noch etwas mehr zuhause fühle.

Architecture

  • Zuhause: Apropos zuhause. So fühle ich mich nach knapp zwei Jahren auch noch mehr bei meiner Gastfamilie, in Connecticut und durch die drei Besuche in meiner Verlängerung, auch Washington State. Denn so sehr ich es liebe zu reisen, Neues zu entdecken, mich mit dem Unbekannten zu konfrontieren und meine Komfortzone zu verlassen, so sehr liebe ich es auch zuhause zu sein, mich wohl und aufgehoben zu fühlen, ohne Navi meinen Weg zu finden (und das braucht bei mir schon ganz schön Vertrautheit!). Und daher ist es ein wunderschönes Gefühl, hier zuhause zu sein und eine Familie zu haben, zu denen ich immer wieder nachhause kommen kann.

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  • Gemeinsam wachsen: Das gehört auch mit dem Leben bei meiner Gastfamilie zusammen und zwar dem wichtigsten Teil – den Kindern. Als ich bei ihnen ankam waren die beiden Kleinen vier, die Große sechs. Jetzt sind die Kleinen 6 und sie 8. Zwei Jahre, die – wie meine Hostmum richtig feststellte – einen drittel im Leben der Zwillinge und ein Viertel im Leben ihrer Schwester ausmachten. Jahre, in denen ich sie und sie mich entscheidend geprägt und beeinflusst haben. In denen ich mit ihnen mehr Zeit als sonst irgendjemandem verbracht habe, in denen sie zum Dreh- und Angelpunkt meines Au Pair Lebens wurden, zum Hauptinhalt meiner Gedanken und Gespräche. In zwei Jahren kann viel passieren und besonders bei Kindern stimmt das. Ich bin unheimlich dankbar, dass ich ihnen lesen, schreiben, Mathe, deutsch, aber auch danke und hallo sagen, (mit)beibringen durfte. Dass wir gemeinsam neue Hobbies und Aktivitäten ausprobieren konnten, neue Orte entdeckt haben und so weiter. Diese drei Kinder werden für immer einen riesigen und ganz besonderen Platz in meinem Herz und meinem Leben haben.

Flug nach Seattle

  • Welcome to the Wadsworth: Wohl eine der besten Entscheidungen, die ich in meiner Verlängerung getroffen habe, war meine Volunteering „Arbeit“ im Wasdsworth Atheneum, einem Kunstmuseum in Hartford, CT. Die Arbeit am Front Desk, der Kontakt mit den Besuchern und vorallem meinen Kollegen, alles, was ich dort über Kunst und das Leben gelernt habe, haben mir ganz viel Inspiration gegeben und Spaß bereitet. Stellvertretend steht das auch allgemein für die Zeit, in der die Kinder in der Schule waren und die ich für mich genutzt habe, um mich weiterzuentwickeln, Inspiration zu sammeln, neues zu lernen.
Quelle: hyperallergic.com
  • Chance nutzen: Das mag für einige ein bisschen albern klingen, war für mich aber nicht unerheblich: Man hat die Möglichkeit, zu verlängern. Wäre die maximale Dauer des Au Pair Aufenthalts ein Jahr, wäre ich damit wohl auch mehr oder weniger zufrieden gewesen. Ist sie aber nicht. Denn da ist immer diese Stimme im Hinterkopf, die sagt: „Du musst noch nicht gehen. Das hier muss noch nicht vorbei sein.“ Und wie könnte man die ignorieren, wenn man an einem Ort, in einer Situation so glücklich ist?

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  • Fertig sein: Das hängt auch  mit dem vorherigen Punkt zusammen. Ich war einfach noch nicht fertig im letzten Sommer. Als ich auf Facebook die ersten Reisemonatsbilder der Mädels sah, die mit mir ausgereist waren, hatte ich nur einen Gedanken: „Gut, dass ich noch nicht gehen muss.“ Denn ich war dem Au Pair Dasein noch lange nicht müde, hatte noch so viel vor, war so glücklich im Moment. Neun Monate später bin ich hier immer noch glücklich, aber definitiv auch bereit für Neues und „fertig“ mit der Flexibilität, eingeschränkten Privatsphäre und den Aufgaben, die mit der Au Pair Sein einhergehen.

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  • Everything happens for a reason: Das ist ein bisschen in die Zukunft gesprochen, aber bisher habe ich schon ganz viele tolle und aufregende Pläne für die Zeit zurück in Deutschland. Reisen, Praktikum, Wohnung, Studienpläne, die vor einem Jahr so noch nicht möglich gewesen wären. Ich möchte nicht zu vorschnell optimistisch sein, aber es scheint zu laufen. Die neun Monate waren für mich die perfekte Extrazeit in den USA, gaben mir Inspiration und neue Ideen für die Zukunft. Und die steht jetzt vor der Tür, voller Versprechungen und bereit, gelebt zu werden.
Quelle: getyourguide.com

Bis bald, Franzi

Prinzessinnengefühle und Neuenglandliebe – ein Sonntagsausflug

Sonntagsausflüge. Als Kind waren die anstrengend, wenn man doch lieber spielen wollte. Als Teenager langweilig, wer will schon mit den Eltern wegfahren. Jetzt – mit weisen 20 und dank Au Pair Leben oft gefühlt 30 Jahren – werde ich zum absoluten Fan dieser Sonntage. Morgens ausschlafen (wenn es gut läuft so bis 8), skypen, die Tasche packen und dann geht es mit einer schnell eingesteckten Banane zum Frühstück los. Wohin? Das ist meist egal.

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Ab an die frische Luft!

Es ist die Zeit mit Freunden, das Rauskommen, das mich reizt. Keine Verpflichtungen haben, auf niemanden aufpassen müssen. Essen, wenn ich Hunger habe und was ich essen möchte. Anhalten, wenn es uns gefällt oder wir auf Toilette müssen – nicht die kleinen Prinzessinnen und Superhelden. Mit Erwachsenen über erwachsene Themen reden können – auch wenn es dann doch meistens um die Kiddos geht. Und vor allem etwas Neues erleben, neue Orte entdecken. Immer wieder verlieben wir uns an diesen Tagen in unsere Zuhause auf Zeit, in Neuengland, South Carolina oder Washington State. Wir sparen uns größere Organisationen wie Hostels oder Transport, springen einfach ins Auto und machen mal einen Tag Urlaub.

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Ein Tag am Wasser: Entspannung pur.

Einer dieser grandiosen Sonntagsausflüge, führte uns auf Empfehlung meines Hostdads hin zum Gillette Castle und nach Essex in Connecticut. Wenn ein verrückter reicher Amerikaner sich sein eigenes mittelalterlich verfallenes Schloss baut, welches den Connecticut River überblickt, ist das ja schon mal vielversprechend. Dazu kam mit Essex noch eine zuckersüße neuenglische Hafenstadt, mit „alten“ Häusern, Möven und kleinem Leuchtturm. Diniert wurde – da wir mit zwei Brasilianerinnen unterwegs waren – in einem brasilianischen Restaurant und danach schauten wir und ein Becher Ben & Jerry’s noch einen fröhlich herzerwärmenden Film (auch wenn das Eis es nicht bis zum Ende schaffte).

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Mein Schloss und ich…

Als ich abends nach Hause kam, schliefen schon alle, ich war noch erfüllt von Lachen, Prinzessinnenträumen, Schaufenstergelüsten, leckerem Essen und Freundschaft. Langsam schlichen sich der Montag und der 6:30 Uhr Wecker näher, aber dieser Abend gehörte noch zum Tagesurlaub, zum wohligen Nichtstun und ziellosem Welterkunden. Denn dafür sind wir ja auch irgendwie hier…

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Connecticut River

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Gilette Castle

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Essex, CT

Bis bald, Franzi

Raus aus der Schublade!

„Deine Reise ist nicht meine Reise“, meint Florian beim Aufruf zu seiner Blogparade zu Reisetypen.  Stimmt. Jeder reist anders, nimmt eine Reise anders wahr und hat andere Gründe und Motive, um zu reisen. Wieso ich reise? Vor allem um rauszukommen. Raus aus dem Alltag, raus aus dem Land, dem Vertrauten und Bekannten. Aber auch raus aus Klischees, Erwartungen und Schubladendenken.

Ich erinnere mich noch lebhaft an meine erste Nacht in den USA. Flug verspätet, ein Tag voller Panik, Stress und Hetze. Gegen drei Uhr nachts kamen wir endlich im Hotel in New York an, in dem meine Au Pair Agentur in den ersten Tagen eine Einführung veranstaltete. Man schlief zu zweit oder dritt mit Au Pairs, die in dieselbe Gegend kommen sollten. Ich öffnete also verschlafen, desorientiert und überfordert die Zimmertür, machte ohne Nachzudenken das Licht an und schaute zwei ziemlich erschrockene und wütende Mädels an. Wir wechselten in dieser Nacht nicht mehr viele Worte, ich fand nur noch heraus, dass sie aus Brasilien und Polen kamen und eine von ihnen – die Polin – ganz in meiner Nähe wohnen würde. Wenig später lag ich im Bett, mit den Tränen kämpfend und dem Gedanken im Kopf: „Mit so Leuten werde ich mich niemals anfreunden können.“ Das gebrochene Englisch, das ungepflegte Aussehen,… Diese ersten paar nächtlichen Minuten hatten mich schon urteilen lassen, das Mädchen irgendwo in einer Schublade verschwinden lassen.

Zwei Paar Schuhe, eine Reise
Zwei Paar Schuhe, aber eine gemeinsame Reise.

Knapp ein Jahr später reise ich mit exakt jenem polnischen Mädchen nach Chicago. Sie ist inzwischen eine meiner besten Freundinnen in den USA geworden. Ein Mensch, dem ich viel zu verdanken habe. Ein Mensch, durch den ich die meisten meiner anderen Freunde hier kennengelernt habe und der fast bei jeder unserer Unternehmung dabei ist. Wir haben schon viele ernste und tiefe Gespräche geführt – über kulturelle Unterschiede, Heimweh und Zukunftsängste – und noch häufiger zusammen gelacht. Trotz gebrochenem Englisch!

Hostelkunst in New Orleans
Hostelpoesie in New Orleans…

Nach Chicago kommt sie übrigens mit dem Fernbus – denn sie hat mehr Zeit als ich, dafür aber kaum Geld – und ich mit dem Flieger aufgrund von Zeitmangel aber eines größeren Budgets. Na und? Unsere Tage im sommerlichen Chicago verbringen wir zusammen, erleben zusammen, schaffen Erinnerungen und teilen Eindrücke. Wir mögen ganz unterschiedliche Menschen sein, aus verschiedenen Ländern kommen, verschiedene Leben haben und verschiedene Arten zu reisen. Aber das Reisen ist es auch, wodurch wir uns kennengelernt haben, uns jetzt austauschen und inspirieren können.

Was ich für ein Reisetyp bin? Gar keiner! Ich reise, um zu reisen. Um Neues zu entdecken und mich immer wieder neu zu entdecken und zu fordern. Ich will beim Reisen keine Erwartungen haben, mich nicht selbst unter den Druck setzen, dass jede Nacht gecampt werden muss oder ich an jedem Ziel einen Mindestbetrag für Souvenirs umsetzen muss. Jede Reise ist anders und mit ihr auch meine Prioritäten.

Sich was gönnen im schicken Hotel
Oder lieber das schicke Hotel in Savannah?

Ich habe schon couchsurfen probiert, war in kleinen und großen Airbnbs, in sauberen und dreckigen Hostels, in billigen und teuren Hotels. Ich habe schon in meiner Unterkunft selbst gekocht – von zuhause mit gebrachte Nudeln – und auch mit Blick auf die Skyline und sündhaft teurer Pasta zu Mittag gegessen. Ich habe schon viele Orte auf der Jagd nach kostenlosen Insidertipps durchkämmt, aber auch schon viel Geld bei den klassischen Touristenhighlights gelassen, „um es mal erlebt zu haben“. Ich war schon an Orten, die auf der Bucketliste fast jeden Reisenden stehen, habe mich aber auch in Ziele verliebt, von denen kaum jemand etwas gehört hat. Ich komme mal im überfüllten öffentlichen Bus (wenn es den denn in den USA gibt), mal im klimatisierten Shuttle von A nach B.

Typisches New York
New York, wie man es kennt…

Manche meiner Reisen sind Monate im Voraus akribisch geplant, während andere auch noch unklar sind, wenn ich schon mittendrin bin. Manchmal schlage ich bei Souvenirs voll zu, meistens erinnern mich nur meine eigenen Bilder an den vergangenen Trip und selten noch nicht mal diese. Mal bin ich die abenteuerlustige und –suchende Reisende. Andere Male bin ich die bequeme Touristin auf der Suche nach Erholung.  All das widerspricht sich, passt zu keinem Reisetyp. Passt in keine Schublade. Denn jede meiner Reisen soll so anders, individuell und besonders sein, wie die Orte, an die sie mich führt. Und da möchte ich mir nicht mit Maßstäben oder Formen im Weg stehen, sondern einfach machen, was mein Bauchgefühl und die Umstände – teils natürlich auch mein Portemonnaie – sagen.

Gleiche Stadt, anderer Blick
Selbe Stadt, anderer Blick…

Für mich gibt es keine guten oder schlechten, keine richtigen oder falschen Reisen. Denn jede Reise, jeder Urlaub, jede Entdeckung bringen mir etwas bei und bringen mich raus. Raus aus meiner Komfortzone, raus aus der Schublade. Und genau da will ich hin – egal in welcher Form.

Bis bald, Franzi

 

Update – Silvester und das neue Jahr.

Der Januar ist der Monat des Jahres, den ich am wenigsten mag. Er scheint sich immer zu ziehen, ist meistens grau, kalt und wintrig, das Jahr scheint noch nicht richtig zu beginnen, man fühlt sich wie im Stand By, darauf wartend, wach zu werden, anzufangen, zu leben. Irgendwann (hoffentlich bald) möchte ich diesen Monat in einem sommerlich heißen Land verbringen, nur um zu testen, ob das diesen Doofmonat entdoofen könnte. Bis dahin versuche ich aber das Beste daraus zu machen und das klappte 2016 auch ganz gut. Hier ein paar meiner Lieblingstage im Januar in Connecticut.

Donnerstag, 31.12.2015: Ok, das war nicht im Januar, aber ich wollte auch kurz auf mein Silvester eingehen. Das habe ich letztes Jahr (fühlt sich noch komisch an), gejetlagged und ganz gemütlich zuhause bei meiner Gastfamilie verbracht. Die hatten eine kleine Party organisiert, mit vielen ihrer Freunde und meinen zwei liebsten Au Pair Freundinnen. Den ganzen Tag über räumten wir also auf, putzten, kochten und richteten alles her. Mir war zwar schon vorher bewusst, dass Silvester so ziemlich der einzige Feiertag ist, der in den USA nicht riesig gefeiert wird, aber als mir meine Hostmum mitteilte, dass die meisten Gäste in den vergangenen Jahren schon so gegen zehn nach Hause gingen und auch die Kinder noch nie bis Mitternacht aufgeblieben waren, war ich schon etwas schockiert. Warum feiert man denn Silvester, wenn man es nicht bis Mitternacht aushält?

Bleigießen

Mit viel essen, meinen Lieblingsmädels, Bleigießen, das ich frisch aus Deutschland importiert hatte und Anstoßen zum neuen Jahr, wurde es aber doch ein sehr schöner Abend. Und dann war auch schon 2016. Und Januar. Jetzt aber:

Freitag, 1.01.2016:  Im Gegensatz zum Rest des Januars liebe ich den Neujahrstag. Das lange Schlafen, die schläfrige Stimmung den ganzen Tag über, den Kopf voller Vorsätze, die aber an diesem Tag, an diesem neuen Anfang noch nicht umgesetzt werden müssen. Da ich dieses Jahr frei hatte und als Au Pair jeder freie Tag maximal ausgenutzt werden muss, fuhr ich mit den Mädels nach New Haven. An den Strand. Vielleicht nicht die logischste Idee, bei Minusgraden an den Strand zu gehen, aber ich liebe das Meer auch im Winter und steckte damit die anderen an. Es war eiskalt. Aber gut eiskalt. Frisch, klärend, neu. Und wunderschön bei Sonnenuntergang mit Blick auf Wellen und Leuchtturm, Freundinnen zur Seite, das neue Jahr einzuläuten.

Collage Beach

Samstag, 2.01.2016: Das war der Geburtstag einer meiner besten Freundinnen hier und nachdem der Morgen durch Gastfamilienstress für uns beide nicht optimal war (wobei ich meiner Gastfamilie an diesem Morgen meine Weihnachtsgeschenke gab, worüber sie sich sehr freuten und was dann doch ziemlich herzerwärmend war), waren wir wild entschlossen, aus dem Rest des Tages das allerbeste rauszuholen. Wieder ging es nach New Haven – diesmal zu Ikea. Schon als Kind bedeutete mein Ausruf „Da ist Ikea!“ bei der Heimfahrt aus dem Urlaub immer so viel wie: „Wir sind zuhause!“. Und so fühlte ich mich auch diesmal. Vertraute Möbel, Dekorationen und eine obligatorische Zimtschnecke. Wie Zuhause. Abends mussten wir dann natürlich zur Cheesecake Factory, wo wir immer noch das Ziel verfolgen, die Cheesecakes einmal alle zu probieren. Da wir mit diesem Ziel zu dritt sind, läuft es auch ziemlich gut. Das schönste des Tages war eigentlich sein Ende. Wir waren zusammen zur Cheesecake Factory gefahren und saßen noch bestimmt eine Stunde im Auto meiner Freundin auf dem Parkplatz und redeten. Über Gastfamilien, Reisen, Gott und die Welt. Das ist es, was ich an Freundschaften am meisten liebe. Endlos reden können, sich verstehen und verstanden fühlen. Und dadurch fühle ich mich hier noch mehr zuhause als bei Ikea.

Collage Friends

Samstag, 9.01.2016: Ich werde hier hauptsächlich über die Wochenenden schreiben, was nicht heißt, dass die Tage dazwischen nicht schön waren, aber es geht ja um Highlights, nicht um meinen Alltag (der mit den Kids auch ganz oft Highlights bereit hält, die sind aber eher persönlich). Am 9. Januar tat ich etwas, das ich seit bestimmt sechs Jahren nicht gemacht hatte und auch eigentlich nicht vorhatte, je wieder zu machen. Ski fahren. Wer mich schon etwas länger kennt, weiß, dass die Schulskifreizeit für mich ein ziemliches Trauma war und ich deshalb absolut nichts fürs Skifahren übrig. Ich weiß auch gar nicht, woher die Motivation kam, es doch nochmal zu probieren, aber: Es hat sich gelohnt. Trotz meiner beschränkten Erfahrung, lief es viel besser als gedacht, wir hatten eine unheimlich nette und süße Lehrerin und es machte einfach Spaß. Die Zeit mit den Mädels und vorallem das Fahren. Zu mir selbst kommen, sich ganz frei fühlen. Schön! Gekrönt wurde der Abend durch Dinner bei Maggy McFly’s, einem meiner liebsten Restaurants hier. Auch wenn wir in dem Moment einfach nur todmüde waren!

Collage Skiing

Dienstag, 12.01.2016: Das war zwar unter der Woche, aber definitiv ein Highlight. Ich liebe Musicals und ich bin ein bisschen besessen von Cinderella (Lieblingskinderfilm, Lieblingsmärchen, Stück, das ich mit meiner Theatergruppe aufgeführt habe, Kostüm für den „Helden der Kindheit“-Tag in der Schule). Was könnte es also besseres geben als Cinderella als Musical?? Das wurde an diesem Tag als Teil einer Broadway Tour in Hartford gespielt und trotz Schnee, machten die Mädels und ich uns auf den Weg dahin. Und es war sooo schön. Märchenhaft, romantisch, tolle Kostüme und noch tollere Kostümwechsel, Ohrwürmer und mitreißende Choreografien. Magisch!

Mittwoch, 13.01.2016: Ups, schon wieder ein Wochentag. Da es am Abend vorher so geschneit hatte, überwand ich meinen Schneehass, packte mich und die Kinder dick ein und wir gingen für Schneemänner und Schneeballschlachten nach draußen. Auch wenn sie es nur knapp eine halbe Stunde aushielten, weil dann mein Kleiner weinte, dass ihm kalt war, war diese Zeit es so wert. Es geht nichts über das pure Glück, das Kinder bei solchen Kleinigkeiten fühlen können. Besonders nicht, wenn sie es mit dir teilen. Und die heiße Schokolade hinterher hat dann auch alle für die Kälte entschädigt.

Collage Snow

Freitag, 15.01.2016: Das war eine ganz schön höhegepunktete Woche. Generell mag ich Freitage, da ich an denen immer im Museum arbeite. Die Atmosphäre, die Kollegen, die Besucher sind einerseits im Vergleich zu meinem stets chaotischen Zuhause so ruhig, andererseits aber auch so inspirierend, anders und teils herausfordernd. Diesen „Job“ werde ich definitiv in Deutschland vermissen! Das eigentliche Highlight kam aber am Abend, denn mit meinem Hostdad und den Kindern ging es erst zu „Pepe’s“, der sehr bekannten und super leckeren Pizza in Connecticut und dann zu Disney on Ice. Eiskunstlauf, Disney-Charaktere und –Lieder. Was will man mehr? Zwar ganz anders als Cinderella, aber genauso magisch und voller Kindheitserinnerungen. Und die totale Begeisterung meiner Gastkinder hat es noch so viel besser gemacht!

Sonntag, 17.01.2016: Der letzte Tag in Connecticut. Morgens kam eine ganz liebe Freundin zum Frühstücken vorbei und erlöste mich für ein paar Stunden vom Packstress. Das zusammen Zuhause sitzen und essen, mag banal klingen, ist aber etwas, das ich so gut wie nie mit Freunden hier mache, da es ja immer noch in erster Linie das Zuhause meiner Gastfamilie ist. Umso schöner, wenn man mal nicht weggeht, nirgendwo hinfahren muss, nicht von Kellnern unterbrochen wird. Sondern einfach nur Zeit zusammen verbringt. Nachmittags stand dann ein neues „erstes Mal“ mit den Kids an: Alleine fuhr ich mit ihnen zum Flughafen in New York (etwa drei Stunden entfernt), um da meine Hostmum abzuholen und weiter nach Philly und am nächsten Tag South Carolina zu fahren. Unmittelbar vorher war ich schon ziemlich nervös, so lange alleine mit den Kindern zu fahren. Es war dunkel, es schneite, es war viel Verkehr. Und: alles ging gut, die Fahrt war echt angenehm, die Kinder gut drauf, wir hatten eine super witzige Toilettenpause und waren einfach ein gutes Team. Wunderschönes Gefühl! Genauso schön, wie kurz vor dem Einschlafen von meiner Hostmum gelobt zu werden, dass ich gut gefahren bin.

Bis bald, Franzi

 

Sechszehnmonatsfazit

Es ist Dezember. Der letzte Monat im Jahr 2015. Was ist mit den anderen 11 passiert? Ich kann’s einfach nicht glauben. Halloween war gerade erst vorbei und da zischte der November schon auf mich zu und an mir vorbei. In Lichtgeschwindigkeit, aber auch voller Highlights!

Mit meiner Gastfamilie… habe ich eine Woche nur mit den Zwillingen verbracht, während meine Große mit meiner Hostmum in South Carolina war. Echt interessant und komisch zu sehen, wie anders sie sich verhalten und die Dynamik sich verändert, wenn eine „fehlt“. Und mindestens genauso schön, wie sie sich gefreut haben, als sie wieder vereint waren. Da wünsche ich mir manchmal schon Geschwister… Bis der nächste Eifersuchtsanfall kommt!

… mit den Zwillingen haben Katha, ich und eine andere Freundin mit ihren Gastkindern dieses Jahr Sankt Martin gefeiert. Und zwar das volle Programm: Stöcke sammeln, Laternen basteln, Weckmänner backen, Laternenlieder singen, ums Haus ziehen. War zwar ein sehr kleiner Umzug mit nur vier Kids, aber witzig.

… ebenfalls mit Katha und den Twins haben wir Anfang November „Lebkuchenhäuser“ aus Graham Crackern gemacht. War ein Event in der Bücherei. Anfang November. Ab da war ich in Weihnachtsstimmung!

… mit den Kids hatte ich so einige Erfolgserlebnisse, die beweisen, dass sie meine Liebe (Obsession) für Zimt inzwischen teilen. Statt ekligem Cotton Candy Eis haben sie sich beim letzten Mal in der Eisdiele für Cinnamon Caramel Swirl entschieden. Good job!

… bin ich mal wieder nach Washington State geflogen – diesmal mit meinem Hostdad und den Zwillingen. Ist ja inzwischen schon fast Routine und war bis auf den Regen und die Kälte die uns erwartet haben, sowie die fehlenden Filme an Bord auch super.

… mit den Kids habe ich so einige Krankheitstage zuhause verbracht. Sie alle hat es in den letzten zwei Wochen abwechselnd mit verschiedenen Krankheiten erwischt. Seit einem Tag sind jetzt alle wieder fit. Drückt die Daumen, dass es so bleibt!

… war ich diverse Male im Kindermuseum hier in Washington. Das ist quasi ein Indoor Spielplatz und damit eine wunderbare Erfindung bei Kälte und Regenwetter!

… habe ich Thanksgiving gefeiert. Mit Halloween mein liebster Feiertag in den USA und auch hier wurde ich wieder nicht enttäuscht. Wir waren diesmal bei Freunden meiner Hostmum eingeladen und hatten alles, was man an so einem Tag braucht: Unmengen an Essen inklusive Truthahn und Pumpkin Pie, amerikanische Freundlichkeit, Brettspiele für die Kinder (und Erwachsenen, hust), kleine Traditionen, in die wir ohne Zögern eingebunden wurden, den super leckeren sprudelnden Apple Cider (eigentlich wie Apfelschorle, aber besser), den es hier zu Feiertagen gibt und einfach eine schöne und herzliche Atmosphäre.

Mit Freunden … wie bereits erwähnt, war eine meiner absoluten ultimativen Lieblingsfreundinnen überhaupt zu Besuch. Das waren auch die schönsten zwölf Tage des Monats (zusammen mit Thanksgiving und LA :p). Es ist einfach so ein schönes Gefühl, meinen Alltag hier mit jemandem teilen zu können, der mir so wichtig ist und mich so gut kennt. Da machen auch Kleinigkeiten gleich viel mehr Spaß. Nochmal danke, Katha, vermisse dich hier! <3

… natürlich hatten wir nicht nur Alltag, sondern waren unter anderem auch bei einer Yale Tour (alles fake, dazu aber in einem extra Post mehr), bei einem Football Spiel (Yale hat gegen Brown gewonnen und wir fast die Regeln verstanden) und zum Abschluss noch kubanisch essen (richtig leckere Pommes!)

… außerdem zweimal in der Mall und in einem Outlet. Gehört ja irgendwie zu den USA dazu.

… und wir haben einen Mini Halbtagesroadtrip an die Küste Connecticuts, nämlich nach Mystic und Groton, gemacht. Und haben auf dem Rückweg noch bei Panera gegessen und wurden von der Polizei angehalten. Die volle amerikanische Erfahrung!

… haben in Vorbereitung auf New York Gossip Girl geguckt und ich hab mich dadurch wieder total in die Serie verliebt.

… haben in der Cheesecake Factory, bei Olive Garden und P.F. Chang’s geschlemmt. Ich werde das alles so vermissen in Deutschland!

… waren mit noch anderen Mädels für ein Wochenende in NY. Und es war natürlich großartig!! Auch dazu bald mehr, das würde definitiv den Rahmen sprengen.

… mussten uns leider viel zu schnell verabschieden, aber mit der Aussicht, bald wieder vereint zu sein.

… mit einer anderen Freundin wollte ich in Seattle in die Cheesecake Factory und wir wurden von all den Wartenden quasi wieder rausgespült. Total wahnsinnig. Waren dann bei einer mexikanischen Fastfood Kette. War auch lecker.

… war ich in LA und kann dazu nur sagen: New York hat ernsthafte Konkurrenz als meine Lieblingsstadt bekommen.

Allein… hat sich meine Liebe zur Freiwilligenarbeit im Kunstmuseum noch verstärkt. Freue mich schon sehr darauf, nächste Woche wieder hinzugehen!

… habe ich mich in Adventskalendervorbereitungen für die Kids geworfen. Es geht einfach nichts über deutsche Weihnachtstraditionen!

… habe ich mir in der ersten Reihe im Liegen und Eis essend den letzten Teil der Hunger Games angeschaut. Herzzereißend und beängstigend, aber auch echt gut!

… habe ich diesen Monat das Fitnessstudio schmerzlich vernachlässigt. Wird ab jetzt aber (hoffentlich) wieder besser!

Stimmung: Dank einer gewissen Besucherin und vieler Highlights, war ich diesen Monat die allermeiste Zeit echt gut drauf und passend zum Feiertag unheimlich dankbar für die tollen Menschen um mich herum.

Allerdings haben all die Ereignisse, Erlebnisse und Höhepunkte auch ihre Schattenseite. Überforderung. Plötzlich wirkt die To Do Liste wie ein Berg, der sich nur durch die radikale Kürzung von Schlaf erklimmen lässt. Abends essen gehen oder noch meine College Aufgaben machen? So viel wie möglich reisen oder sparen? Noch was mit Freunden unternehmen oder einfach mal allein zuhause bleiben und durchatmen? Meistens will ich beides, will auf nichts verzichten, nichts verpassen. Das mündet dann oft in späte Nächte, Unsicherheit, Unzufriedenheit und ein empfindliches Gerüst aus Plänen, das durch Krankheit und andere Wendungen nicht nur einmal zum Einsturz gebracht wurde. Es gibt aber zwei gute Nachrichten. Erstens: der Dezember wird voraussichtlich ruhiger (obwohl auch da schon jedes Wochenende verplant ist, ich eine College Präsentation machen muss, wieder im Museum bin, Geschenke besorgen muss…). Und zweitens: das ist es wert. Die Zeit vergeht so schnell, all diese Momente sind einmalige Chancen. Schlafen und durchatmen kann ich auch später noch.

Monat in Bildern:

 

Letzte Herbsttage in Connecticut

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Yale und Football

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Mystic and Groton, CT

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St. Martin und „Gingerbread“ Houses

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New York Wochenende

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Washington State

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Los Angeles

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Der schönste Heiratsantrag

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Neu entdeckt/erstes Mal: – mehr über Yale und New Haven erfahren – desillusionierend und traumschaffend gleichermaßen.

  • Ein Football Spiel gesehen. Ganz witzig, aber muss so bald nicht wieder sein.
  • Mystic, CT gesehen – so süß!
  • Das MET Museum besucht – für 2,50!
  • Eine Broadway Show gesehen – magisch!
  • In einer Rooftop Bar gewesen – enttäuschend!
  • New York in Vorweihnachtsvorbereitungen erlebt – ich will zurück. Das war die ultimative Weihnachtsstimmung!
  • Bei der Old Spagetti Factory gegessen – immer wieder bitte!
  • LA gesehen – und verliebt. Ich will auch hierhin zurück. Jetzt!

Vor einem Jahr: Der November 2014 ist mir wegen zwei Sachen in Erinnerung: meinem ersten Thanksgiving und meinem ersten Besuch in Washington DC. Beides fand am letzten Wochenende statt. Der Rest des Monats war irgendwie eher unspektakulär. So unspektakulär, dass er noch nicht mal ein eigenes Monatsfazit bekam. Wir waren den Großteil des Novembers in South Carolina, wo, wie ich damals schrieb, „nicht unbedingt jedes Wochenende was Spannendes passiert, da ich auch nicht immer ein Auto habe beziehungsweise Leute kennen, die Zeit haben“.

Natürlich war trotzdem was los, ein regnerisches Wochenende mit Alina in Boston, die Fahrt nach South Carolina, Reunion mit Vanessa in South Carolina und eben DC und Thanksgiving. Aber im Vergleich zu anderen Monaten hatte ich auch definitiv etwas mehr Langeweile, ein Gefühl, das ich mir jetzt schon manchmal wünsche. Dafür hat es das Ende des Monats mit Thanksgiving und einem Wochenendtrip – die Kombi hatte ich ja auch dieses Jahr – echt rausgerissen. Das sollte eine Tradition für mich werden…

Blick in die Zukunft: Weihnachten. Das nimmt gerade irgendwie 90 Prozent meines Denkens ein. Weihnachtslieder, wann immer ich im Auto das Radio anmache, Adventskalender (ich hab da den süßesten von meinen zwei liebsten Freundinnen!!), basteln, backen, Wunschzettel, Weihnachtsmärkte, nach Hause kommen. Ich freue mich unendlich auf die vor mir liegenden Wochen, bin einerseits kribbelig vor Vorfreude, würde sie andererseits gerne endlos ausdehnen. Pläne für Silvester und Januar kann ich irgendwann danach schmieden. Jetzt heißt es erstmal volle Konzentration auf „the most wonderful time of the year!“

Bis bald, Franzi