082016 – Reunions, Münster, Berlin

Nachdem sich hier die letzten Wochen ungeplant eine kleine Funkstille eingeschlichen hat (das Leben kam dazwischen), bin ich jetzt wieder zurück, mit ganz viel zu erzählen aus dem letzten Monat!

Wiedervereint: Im August habe ich einige Menschen wiedergetroffen, die ich zum letzten Mal in während der Schule oder in den USA gesehen habe. Ich liebe es, Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen mich so viele Erinnerungen und Momente verbinden.

Zuerst einmal ist eine liebe Freundin, mit der ich Abi gemacht habe, seit Anfang des Monats auch für ein Praktikum in Berlin. Ich habe sie bei ihrer Ankunft am ZOB abgeholt und habe das Gefühl, seitdem haben wir schon unheimlich viel zusammen erlebt. Picknicks, Ausflüge, Seen, Museen, viele durchgemachte und durchgeredete Nächte. Wahnsinn, wie schnell einem ein Mensch so sehr ans Herz wachsen kann.

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Leider nur ganz kurz, aber trotzdem sehr schön, war Ende August eine andere Schulfreundin hier zu Besuch. Da ich an den beiden Tagen ziemlich viel arbeiten musste, haben wir uns immer nur abends gesehen und die Zeit stand dann ganz im Zeichen des Essens. Allem voran, dieses wahnsinnige Erlebnis:

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Auch eine Au Pair Freundin kam für ein Wochenende nach Berlin, was ich ganz kurzfristig erfuhr und glücklicherweise haben wir es geschafft uns zu einem gemütlichen Sonntagsfrühstück im DALUMA zu treffen. Acai Bowls, Smoothies, und und und… Sehr berlinerisch, obwohl es auch New York hätte sein können. Und in ganz vielen Erinnerungen an diese Traumstadt haben wir dementsprechend auch geschwelgt.

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Und last but not least, habe ich für ein Wochenende Berlin verlassen, um die wunderbare Chrissi wiederzutreffen. Wir schwärmten von unseren Gastfamilien, schauten Disneyfilme, bekundeten unsere Connecticut Liebe und sie zeigte mir das wunderschöne…

Neu entdeckt: … Münster! Ich war vorher noch nie da und hatte auch nicht wirklich ein Bild von der Stadt. Umso begeisterter war ich von der tollen, historischen Altstadt, dem leckeren Essen, der Promenade, dem See, dem Schloss und, und, und… Hätte das ja wirklich nicht erwartet, aber je mehr ich davon sehe, desto lieber mag ich tatsächlich auch Deutschland.

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Und noch eine andere Stadt wurde im August neu entdeckt – Potsdam. Ist ja von Berlin aus im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend und so, so, so schön! Wieder ein Schloss, das holländische Viertel und mein Highlight, die Cupcakes der Krümelfee. Perfekter Sommertag!

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Sommer geliebt: Apropos Sommertag, im August hat das schöne Wetter sich noch einmal angestrengt und ich habe das gnadenlos ausgenutzt (und tue es immernoch, denn auch der September ist bisher wunderschön). Es ging an den See, auf Rooftop Bars, wir saßen vor Cafés in der Sonne, liefen durch die verrückten Berliner Nächte bis die Sonne wieder aufging, hörten Musik im Park, lagen in Liegestühlen mit den Füßen im Sand. Wir lebten den Sommer in dieser wunderschönen, vielseitigen Stadt, inklusive allabendlicher traumschöner Sonnenuntergänge!

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Schockmoment: Stell dir vor, du liegst nachts schlafend in deinem Bett. Du meinst, ein Licht zu sehen, die sich öffnende Tür zu hören. Bestimmt ein Traum, denkst du und drehst dich auf die andere Seite. Bis du wieder wach wirst. Du hörst flüsternde Stimmen. In deinem Zimmer. Blinzelst durch die müden Augenlider und siehst ein Licht, das dir ins Gesicht scheint. Einbrecher! ist dein erster Gedanke. Unauffällig blinzelst du weiter. Und siehst neben dem Licht einen Mann im Anzug. Du schließt die Augen wieder. Was ist hier los? Doch nur ein Traum? Aber die Geräusche nehmen nicht ab, du musst etwas tun. Öffnest vorsichtig wieder die Augen, siehst auf dem Boden eine deiner Mitbewohnerinnen in einem unförmigen Anzug. Sie rollt Richtung Fenster. Du starrst sie an. Sie starrt zurück. Was ist hier los? Plötzlich geht das Licht an, Bewegung kommt ins Zimmer. Der Mann im Anzug kommt auf dich zu, gibt dir die Hand und sagt: „Hallo Franzi, ich bin Joko Winterscheid von Pro7 und wir haben uns einen kleinen Spaß in eurer WG erlaubt.“ Es ist 3 Uhr nachts. Das ist kein Traum.

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Kultur erlebt: Berlin ist so voller Galerien, Museen und Veranstaltungen, das eigentlich jeder Tag, den man zuhause verbringt, verschwendet ist. Trotzdem braucht es auch diese Zuhause Abende, an denen etwas Leckeres gekocht und sich mit seichten Youtube Videos die Zeit vertrieben wird. An vielen Abenden und Wochenenden raffe ich mich aber nochmal auf gehe raus und entdecke Berlin. Das führte letzten Monat zu einem Besuch des Museums unter dem Denkmal der ermordeten Juden. Umfangreicher als erwartet, sehr persönlich, sehr gut und natürlich auch sehr beklemmend.

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Auf der Suche nach einem kleinen Lichtblick, liefen wir nach dem Museumsbesuch noch durch Mitte und fanden uns im Regierungsviertel wieder. Bis Anfang Oktober, wird hier noch jeden Abend zu Sonnenuntergang eine Lichtshow zum Thema „Für das Volk. Vom Reichstag zum Bundestag“ projiziert. Sehr interessant, zum größten Teil aber auch etwas trocken. Wenn dann aber die Mauer fällt, Menschen sich lachend und weinend in den Armen liegen und „An Tagen wie diesen“ gesungen wird, kommt die Gänsehaut und mit ihr die Dankbarkeit, in so einer besonderen und einzigartigen Stadt leben zu können.

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Ebenfalls im Regierungsviertel wurden letzten Monat zum Tag der Offenen Tür die Pforten geöffnet. Ich stand dabei etwas vor dem „Berlin Problem“: zu viel Auswahl, Überforderung, Lähmung. Was ich jedoch mitnahm und mir anschaute, brachte neue Denkanstöße und einen spannenden Blick hinter die Kulissen.

Eigentlich als ein kleiner Ausflug in eine schönere Welt gedacht, war unser Besuch in der „Allure“ Ausstellung im C/O Berlin. Das war sie auch, doch dann machten wir uns auf den Weg in den ersten Stock der Galerie. Der dort wartende Film über die Straßen des Heroinhandels war alles andere als schön, sondern eher verstörend, aufrüttelnd, beängstigend. Und immer wieder faszinierend zu sehen, was für unterschiedliche Gesichter und Wirkungen „Kunst“ hat.

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Das war es auch schon zu meinem August, wenn möglich wird der September sogar noch toller und abwechslungsreicher, denn es ist schon viel passiert und noch einiges geplant. Das gibt mir zwar einerseits viel zu berichten, macht andererseits das Bloggen aber auch nicht so einfach. Ich gebe aber mein bestes, zumindest ein bis zweimal pro Woche von mir hören zu lassen!

Bis bald (fingers crossed), Franzi

Gedanken – neues Zuhause in Berlin

Eine Woche ist es jetzt her, dass ich mal wieder entscheiden musste, was ich in meinen Koffer packe. Nicht für einen Urlaub, sondern für einen Umzug, einen Neuanfang, einen neuen Lebensabschnitt. Eine Woche ist es her, dass ich im ICE nach Berlin saß; das erste Mal durch Charlottenburg auf der Suche nach „meinem Zuhause“ war. Seit einer Woche lebe ich zwar nicht allein, aber doch auf mich allein gestellt, bin so frei und unabhängig wie wohl noch nie zuvor. Zeit, mal ein kleines Resume zu ziehen, wie es mir bisher so geht – in der neuen Stadt, dem neuen Kapitel, diesem Erwachsensein…

Die Tage davor: Wie auch schon vor meinem letzten großen Umzug – dem in die USA 2014 – waren die Tage und Wochen davor viel schlimmer und emotionaler als die eigentliche Sache. Diesmal war ich jetlag-geplagt und zwischen zwei Gefühlen hin und her gerissen:

Einerseits fiel mir zuhause die Decke auf den Kopf, alles schien zwei Jahre zuvor stehen geblieben zu sein und ich fühlte mich, als würde ich in ein zu kleines Puppenhaus zurückkehren. Alles schön und harmonisch, voller Erinnerungen, aber ich passte irgendwie nicht mehr rein. Außerdem hatte ich zwar Dinge zu tun, aber keine „große“ Aufgabe, keinen Rahmen, in dem ich meinen Tag gestaltete, keine Routine. Ich konnte nachts nicht schlafen, war den ganzen Tag über müde, hatte keine Energie und wusste nichts so richtig mit mir anzufangen. Dieser Teil von mir vermisste meine Gastfamilie, war aber auch bereit für das Neue. Für Berlin.

Bellevue

Diese Gefühlslage wäre ja jetzt die ideale Situation für einen Umzug gewesen, aber das war (leider) nicht meine einzige Stimmung. Denn neben all der Fremdheit, den Schwierigkeiten anzukommen, fühlte ich mich doch auch zuhause. All die Dinge, die ich in den letzten zwei Jahren vermisst hatte, konnte ich plötzlich wieder ganz selbstverständlich tun. Die Menschen, die gefehlt hatten, waren wieder um mich. Ich kochte abends mit meiner Mama, wir unterhielten uns über alles und nichts, schauten Filme. Vertraut. Ich fuhr für einen Mittag zu meinen Großeltern, wurde glücklich erwartet, gemästet, die Bionade stand bereit. Vertraut. Ich ging in die Stadt, traf mich mit meinen Mädels, wir verbrachten die Abende in unseren Lieblingsrestaurants. Vertraut. Ich schrieb wieder für die örtliche Zeitung, ging zu Terminen, war Journalistin. Vertraut. Und immer wusste ich – diese Vertrautheit wird nicht andauern. Die Tage zuhause sind gezählt, dann steht wieder etwas Neues an. Neue Menschen, neue Orte, neue Aufgaben. Wieder die Komfortzone verlassen, wieder fremd sein.

Haus der Kulturen der Welt

Die Ankunft: Und dann ging es letzten Sonntag (endlich) los – die Komfortzone wurde durchbrochen, auf ins Neue leben. Am Bahnhof war ich noch traurig, während der Zugfahrt ging es mir besser, beim Betreten meines Zimmers war ich einfach nur noch glücklich. Das hier fühlte sich richtig an. Das war, was ich wollte. Ich hatte die Komfortzone und den inneren Schweinehund überwunden und tat das, was ich eigentlich wollte. Nach Berlin ziehen, in einer Großstadt leben, selbstständig und auf mich gestellt sein. Eine Woche später bin ich darüber immer noch glücklich. Natürlich gibt es die Momente und kleinen Stiche des Heimwehs, aber an die bin ich gewöhnt und im Gegensatz zu den letzten zwei Jahren, kann ich jetzt einfach das Handy in die Hand nehmen und zeitunverschoben mit meinen Liebsten reden.

Spree

Meistens liebe ich mein Leben hier. Ich liebe mein Zimmer und die Wohnung, liebe es rausgehen zu können und mittendrin zu sein. In der Stadt, im Leben. Ich liebe es, bekannte Orte, wie den Ku’damm oder das Brandenburger Tor, ganz beiläufig und selbstverständlich im Alltag, zum Beispiel auf dem Weg zum Zahnarzt, zu sehen. Ich liebe es jeden Tag neue Orte zu sehen und zu entdecken, mir auszumalen, wie diese Orte irgendwann vielleicht zu Lieblingsplätzen werden, wie Erinnerungen hier geschaffen werden. Ich liebe es, nur für mich verantwortlich zu sein – zu entscheiden, wann ich aufstehe, was ich esse, wo ich hingehe.

Streetlife

In dieser Selbstverantwortlichkeit liegt allerdings auch das „aber“, denn natürlich bin ich nicht nur glücklich, natürlich ist nicht alles perfekt. Das „aber“ ist das Alleinsein. Kein selbstgewähltes Alleinsein, sondern das Wissen, hier so gut wie niemanden zu kennen, kein Netzwerk, keinen Kreis zu haben. Ich bin (noch) fremd hier. Auch das ist ein Gefühl, das ich von den Anfängen meiner Au Pair Zeit kenne. Ich weiß, dass es vorbei gehen wird, dass ich hier ankommen werde, mich vernetzen und Wurzeln schlagen werde. Dieser Prozess fängt schon an, jeden Tag bin ich ein bisschen mehr zuhause. Trotzdem ist es kein schönes Gefühl, trotzdem sind da die Momente der Einsamkeit, des Zweifelns.

Aber wie mit der Komfortzone sind die es wert, um weiter zu kommen, Neues zu entdecken, Träume zu verwirklichen. Also mach ich weiter und kann in ein paar Monaten hoffentlich lächelnd auf diese Anfangsschwierigkeiten zurückschauen.

Bis bald, Franzi

052016 – Abschied, Reisemonat, Rückkehr

Tadaa, eine neue Form des Monatsfazits. Auch wenn das Au Pair Leben für mich vorbei ist, geht mein (Reise) Leben natürlich weiter und daran möchte ich euch auch weiter teilhaben lassen. Die Kategorien werden sich wahrscheinlich jeden Monat ein bisschen ändern, so wie auch mein Leben in der nächsten Zeit…

Gereist: Natürlich stand der Mai im Zeichen meines Reisemonats. Nachdem es Ende April mit meiner Gastfamilie von Connecticut nach Seattle ging, flog ich von dort nach San Francisco, traf mich mit meiner Mama, erkundete die Stadt und verliebte mich in San Francisco.

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Weiter ging es von dort nach Las Vegas, wohl einer der verrücktesten Plätze, die ich jemals erlebte.

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Nach einem Tag im Auto und am Grand Canyon (in dieser Reihenfolge), mal wieder an den Flughafen und von dort weiter nach… Hawaii!

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Drei Tage jeweils auf Maui und Kauai – im Paradies! Auch wenn es unheimlich schwer ist, zwischen all den tollen Zielen dieser Reise zu urteilen, war Hawaii schon ein Highlight.

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Der vorerst letzte Flug ging dann ziemlich verspätet von San Francisco nach Frankfurt. Und jetzt bin ich wieder hier…

Geweint: Schon in der ersten Mai- und letzten Au Pair-Woche war ich ziemlich nah am Wasser gebaut. Das schwappte dann beim dramatischen Flughafenabschied von meiner Hostmum und den Kindern über und die Tränen flossen… Auch an den ersten paar Tagen in Deutschland weinte ich ziemlich viel, fühlte mich fremd, fehl am Platz, orientierungslos. Inzwischen bin ich glücklicherweise wieder angekommen.

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Geliebt: Natürlich und besonders meine Gastfamilie, die Menschen, die mich in den letzten zwei Jahren bei sich aufnahmen, mich Teil ihrer Familie werden ließen und die ich auch jetzt noch unheimlich vermisse. Genauso aber auch meine Mama, Großeltern und allerliebsten Mädels in Deutschland – freue mich immer noch so über die Plakate!

Gefeiert: Den Geburtstag meines Hostdads, meinen nahenden Abschied, das Wiedersehen meiner Mama, die Rückkehr nach Deutschland – es gab so einige Gründe zum Feiern diesen Monat, auch wenn es teilweise eher „traurige“ Feiern waren…

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Gearbeitet: Meine „Arbeit“ war zu Beginn des Monats ja noch das Au Pair Sein und das habe ich versucht, so schön wie möglich zu gestalten – Spielplätze und wunderschöne Ecken in Washington State, gemeinsame Movie Night, Zoobesuch, Essen gehen, Konzert meiner Hostmum und natürlich ganz viele Hugs, Kisses und Liebe.

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland änderte sich mein Job dann komplett, denn ich schreibe wieder für eine Zeitung hier, bei der ich auch vorher schon freie Mitarbeiterin war. Veranstaltungen, Interviews und das Schreiben machen mir auf jeden Fall wieder super viel Spaß und machen auch die Eingewöhnung hier einfacher, da ich so was zu tun habe.

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Geplant: Inzwischen ist das schon vorbei, aber Anfang Juni war ich in London, um mich mit einer Freundin aus den USA wieder zu treffen und habe dazu viiiele Posts geplant. Einen Tag danach – nämlich gestern – habe ich dann meine Weisheitszähne rausbekommen (von denen ich bis letzte Woche gar nicht wusste, dass ich sie habe), weshalb ich hier jetzt auch mit einem Eispack und Apfelmus sitze… Am kommenden Wochenende steht dann endlich der Umzug nach Berlin an, vielleicht noch ein kleiner Trip und dann ganz am Ende des Monats der Beginn meines Praktikums. Ich freu mich drauf!

Bis bald, Franzi

Das ist so 2016!

Etwas, das ich nicht gut kann? Unter anderem ist das – mich kurz zu fassen. Ich habe immer viele  Worte und mache von denen auch gern Gebrauch. Umso überraschter war ich, als ich bei Reiseaufnahmen den Artikel und die Blogparade zum Wort des Jahres – einem Wort, das man sich für das kommende Jahr sozusagen als Vorsatz und allgemeines Motto nimmt – las und mir sofort ein Wort in den Kopf poppte. Da blieb es dann auch und ließ mich nicht mehr los, weshalb ich es heute mit euch teilen möchte. Mein Wort des Jahres 2016: Unabhängigkeit. Ende dieses Blogposts.

Nein, SO kurz kann ich mich natürlich nicht fassen. Schließlich möchte ich euch und mir auch erklären, warum 2016 für mich das Jahr der Unabhängigkeit werden soll. Unabhängig wovon denn?

  • Unabhängig durchs Alleinleben. Dieses Jahr wird meine Zeit als Au Pair enden. Nach dem Abi ins Ausland zu gehen, in ein fremdes Land, zu fremden Menschen, in ein fremdes Leben, empfand ich schon als ziemlich unabhängig. Mittlerweile ist all das gar nicht mehr so fremd und mein Leben gar nicht mehr so unabhängig. Denn wer mit anderen Menschen – besonders einer Familie mit Kindern – zusammenlebt, der muss sich zwangsläufig anpassen. Was wird gegessen? Wie lange kann ich schlafen? Wann habe ich frei? Wo lebe ich nächste Woche? Kann ich das Auto haben? Welchen Film schauen wir? Die Antworten auf all diese Fragen hängen nicht (nur) von mir ab, sondern oft auch und vor allem von meinen Gasteltern und –kindern. 2016 soll das anders werden. Ich fühle mich ziemlich bereit, auszuziehen, auf eigenen Füßen zu stehen, zuhause vollkommen frei und unabhängig zu sein. Auch wenn ich noch nicht weiß, wo dieses Zuhause sein wird, wann ich es finden werde – ich freue mich drauf!
Allein wohnen
Zu lieben, wo ich lebe – das will ich 2016!
  • Unabhängig von anderen Menschen. Ich habe in meinem Post über Einsamkeit schon relativ ausführlich darüber geschrieben, dass ich (manchmal) gerne allein bin. Ich gehe gerne allein ins Kino, Museum oder Theater, ich reise gerne allein und bin gerne allein zuhause. Mindestens genauso gerne verbringe ich natürlich Zeit mit den Menschen, die ich liebe, aber wenn die einen Flug oder zumindest einige Stunden Fahrt entfernt sind, ist das nicht immer möglich. Deshalb: Auch wenn ich 2016 oft fremd, neu, unbekannt und daher auch einsam sein werde – möchte ich genauso, trotzdem und gerade deshalb unabhängig, glücklich und entdeckerisch sein.
Von anderen
Ein Sonntag mit Freunden – wunderschön, aber muss nicht immer sein.
  • Unabhängig von mir selbst. Das klingt sehr seltsam, aber ich schränke mich leider oft selbst ein, halte mich fest, mache mich abhängig. Durch Perfektionismus, zu hohe Erwartungen, Sorgen oder unrealistische Pläne. Diese möchte ich 2016 loslassen, einfach mal machen, nicht so viel nachdenken. Es muss nicht alles Sinn ergeben, ich möchte Fehler machen, vom Weg abkommen und unabhängig sein von der Stimme in meinem Kopf, die mir sagt: So geht das nicht. Das darfst du nicht. Das ist nicht gut genug. Ist es. Und jetzt lass mich machen!
Von mir Collage
Große Erwartungen – aber kann ich sie erfüllen?
  • Unabhängig von Urteilen. Diese Abhängigkeit hängt ganz eng mit dem vorherigen Punkt zusammen, denn ich habe die Vermutung, dass sie hauptsächlich von mir selbst kommt. Sie tarnt sich allerdings gerne und zwar als Was denken andere, wenn ich zu meiner Meinung stehe? Wenn ich das anziehe? Wenn ich noch mehr esse? Wenn ich weniger esse? Wenn ich nein sage? Wenn ich ja sage? Wenn ich meine Träume offen verfolge? Wenn ich seit über einem Jahr im Ausland bin und dort nur auf Kinder aufpasse? Die anderen müssen ganz schön beschäftigt sein damit, nur über mich nachzudenken und zu urteilen. Und 2016 sind sie mir dabei hoffentlich herzlich egal. Da werde ich einfach unabhängig von den anderen, tun was sich richtig und gut anfühlt, was und wer ich bin.
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Was ist schön? Und wer entscheidet das?

Ich bin schon extrem gespannt darauf, was ich in 12 Monate so über mein Wort des Jahres sagen und denken werde. Ob 2016 wirklich ein Jahr der Unabhängigkeit wird? Und ob diese sich auf die eben genannten Punkte beziehen wird? Ich weiß es nicht, werde es aber herausfinden. Ganz ruhig, entspannt und unabhängig von Plänen und Druck, denn die Zeit wird sowieso vergehen.

Bis bald, Franzi

Coming Home for Christmas – wie wars?

Monatelang entgegengefiebert, gefühlt in Sekunden vorbeigeflogen – mein Weihnachten zuhause in Deutschland. Damit diese wunderschöne Woche nicht in Vergessenheit gerät, hier ein kleines Reise/Zuhause Tagebuch.

Dienstag, 22. Dezember: Zwei Stunden in New York, Fahrt zum JFK Flughafen, die längste Sicherheitskontrolle und der vollste Flughafen, Rennen zum Gate und schon saß ich im Flieger. Auf dem Weg in den Himmel, über den Ozean, nach Deutschland. Und trotz all dem Stress mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

Mittwoch, 23. Dezember: Morgens in Frankfurt am Flughafen angekommen. Mama geschrieben, den Mädels geschrieben. Aufregung und Emotionen sind auf dem Höhepunkt. Lang vermisste Stimme quietscht: „Da ist sie!!!“ Umarmungen, Aufregungen, Glück.

Das Glück ging an dem Tag noch weiter, Weihnachtsmarkt, Dachterrasse in Frankfurt, Wiedersehen mit Mama und am Abend noch Wiedersehen mit Lu, die über die Feiertage bei uns wohnte. Ein endlos langer und doch viel zu kurzer Tag.

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Donnerstag, 24. Dezember: Heiliger Abend. Typisch für mich begann der mit letzten hektischen Geschenkvorbereitungen. Dazu wurde für den kleinen amerikanischen Einschlag noch Pumpkin Pie gebacken. Der Tag verflog relativ entspannt mit Mama und Lu, abends ging es dann zu meinen Großeltern.

Geschenke wurden ausgepackt (ich habe jetzt genug deutsche und englische Süßigkeiten für die nächsten Jahre…) und natürlich viel gegessen. Unter anderem Klöße! Eines meiner liebsten deutschen Gerichte. Abends wieder zuhause haben wir dann noch „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ geschaut. Ein weiteres Weihnachtsmuss abgehakt.

Freitag, 25. Dezember: 1. Weihnachtsfeiertag und Mittagessen bei uns mit Mama, Lu, Oma, Opa und Franzi. Ganz viele Lieblingsmenschen vereint also. Wir haben den Morgen verkocht, den Mittag veressen und den Nachmittag und Abend mit Weihnachtsfilmen verschaut. Gemütlich, kuschelig, weihnachtlich.

Samstag, 26. Dezember: 2. Weihnachtsfeiertag und mit Katha und Franzi haben wir Lu eine kleine Sightseeing Tour meiner Heimatstadt gegeben. Innenstadt, Altstadt, Marktplatz, Kirchen, Kurpark, Schloss und so weiter. Das Wetter war wunderschönst frühlingshaft, abends gingen wir dann noch asiatisch essen und ich habe ganz revolutionär ein Cocktail getrunken. Muss man ja ausnutzen…

Lieblingsbommel

Sonntag, 27. Dezember: Und es ging noch touristischer weiter, nämlich für Lu und mich nach Frankfurt. Museumsufer, Eiserner Steg, Dom, Römer, Paulskirche, Zeil, Maintower, Palmengarten, und so weiter… Viele Orte hatte ich selbst noch nie besucht und es war echt spannend, die eigene Heimat mal als Tourist zu sehen. Da hat mir Frankfurt sogar ziemlich gut gefallen…

Lu

Frankfurt

Abends sind wir dann noch mit einigen meiner liebsten Mädels essen gegangen. Trotz der schlechtesten Kellner ein sehr schöner Abend!

Mädelsabend

Montag, 28. Dezember: Brunchtag. Um 11 ging es mit den Mädels mit brunchen los, um halb sechs abends machten sie sich dann auf den Weg nach Hause. Ein Tag voller essen und vorallem reden, denn wenn man sich seit über einem halben Jahr nicht gesehen hat, gibt es viiiiel zu erzählen. Bei der Erinnerung daran, freue ich mich schon unendlich auf meine Rückkehr nach Deutschland, denn auch wenn ich hier wundervolle Freunde habe, ist es doch noch etwas anderes wieder mit den „früheren“ Freunden vereint zu sein!

Brunchen

Dienstag, 29. Dezember: Mein letzter Tag in Deutschland. Shoppen mit Mama, Zeit zuhause, Essen mit Oma und Opa. Familienzeit genießen und sich dieses Gefühl für die nächsten vier Monate aufheben.

Mittwoch, 30. Dezember: Heimflug. Zurück nachhause und gleichzeitig weg von zuhause. „You will never be completely at home again…“ Ein melancholischer Tag und gleichzeitig ein vorfreudiger. Eine lange Reise und gleichzeitig unglaublich, wie schnell ich wieder hier war. In diesem Alltag, diesem Leben, diesem Zuhause.

Bis bald wahrscheinlich mit einem Silvester- und Neujahrsbericht, Franzi

 

Siebzehnmonatsfazit

Es ist 2016. Das Jahr, in dem meine Au Pair Zeit enden wird. Das Jahr von Reisemonat, Auszug und Studienbeginn. Ein spannendes, aber auch ungewisses und etwas beängstigendes Jahr. Gerade wegen dieser Ungewissheit kann und möchte ich nicht zu weit in die Zukunft schauen, sondern genießen, was ich hier noch habe, jedem Tag die Chance geben, der schönste meines Lebens zu werden (danke, Mark Twain!) und in der Gegenwart leben.

Mit meiner Gastfamilie …habe ich im Dezember die wunderschöne deutsche Tradition des Adventskalenders zelebriert. Die Kids hatten je einen mit Schokolade (danke, Katha!) und dazu noch einen selbstgemachten mit täglichen (Weihnachts-)Aktivitäten.

… bin ich durch einige Krankheitsphasen gegangen – einen Tag hatte es mich erwischt, dann der Reihe nach die Kids.

… dank einiger Mitgliedschaften war ich mit den Kiddos mal im Kunstmuseum und auch einige Male im Kindermuseum in Washington State. Zum Glück mögen wir alle Museen!

… hat mich das Weihnachtskonzert meiner Hostmum (indem mein großes Gastkind gesungen hat!), absolut begeistert und in Weihnachtsstimmung versetzt (in der ich sowieso schon war).

… hatten wir Besuch vom Nikolaus – nach Zahnfee ein neuer Traumjob von mir.

… habe ich mal wieder viiiiel gepackt und bin von der West- an die Ostküste geflogen.

… haben wir einen Weihnachtsbaum gefällt – und natürlich dekoriert.

… habe ich verfrühte Weihnachtsgeschenke bekommen (vor meinem Flug nach Deutschland) und ihnen verspätete Weihnachtsgeschenke gegeben (nach meiner Rückkehr aus Deutschland).

… habe ich amerikanisch Silvester gefeiert (ohne Feuerwerk und einer Party, bei der die meisten schon um 10 gingen). Aber trotzdem sehr gemütlich und schön!

Mit Freunden …war ich in einer Karaoke Bar in Seattle – und musste mich (erstmal) von der letzten Freundin verabschieden, die zusammen mit mir in die USA kam.

… war ich in Philadelphia in einem deutschen Restaurant, auf einem deutschen Weihnachtsmarkt, in den Magic Gardens und dem Amish Country.

… habe ich massenhaft Weihnachtsgeschenke gekauft – und einen Ugly Christmas Sweater!

… hatte ich eine sehr schöne Au Pair Weihnachtsfeier mit Nikolausmützen für alle.

… war ich beim Holiday Light Fantasia in Hartford, einer Straße voller kitschigschöner Weihnachtsbeleuchtungen.

… war ich mal wieder in der Cheesecake Factory. <3

… wurde ich ganz süß vom Flughafen abgeholt und hatte wunderschöne Reunions in Deutschland!

… war ich auf einem RICHTIGEN deutschen Weihnachtsmarkt im siebten Himmel.

…habe ich meine Heimatstadt und Frankfurt mal von der Touristenperspektive aus gesehen.

… habe ich über sechs Stunden gebruncht und (vorallem!) geredet.

… habe ich an Silvester Bleigießen gemacht und weiß jetzt, dass 2016 eine „Geheime Liebe“ auf mich wartet.

Alleine …lag ich einen Nachmittag/Nacht lang selbstbemitleidend im Bett. Ich hasse krank sein!

… habe ich für meinen College Kurs in der Schule meiner Gastkinder eine Präsentation über Weihnachten in Deutschland gemacht. So süß, die Kiddos da!

… habe ich motiviert und erfolgreich an meiner Post-Au Pair Zukunft gearbeitet. Can’t wait!

… habe ich mein Zimmer für ein paar Tage in Santa’s Workshop verwandelt (so von meinem Hostdad betitelt).

… habe ich etwa zwei Stunden lang ziemlich gehetzt die Weihnachtsstimmung in New York erlebt. Es ist und bleibt einfach meine Lieblingsstadt.

… hatte ich zwei Langstreckenflüge (New York-Frankfurt hin und zurück), die ich wie immer ziemlich genossen habe.

… war ich während der Woche in Deutschland für etwa zwei Stunden – anstrengend, aber auch schön von so vielen Lieblingsmenschen umgeben zu sein.

Stimmung: „It’s the most wonderful time of the yeaaaar!“, habe ich nicht nur ziemlich oft gesungen und gesummt, sondern auch gefühlt. Ich war in einer zuckerwattigen Weihnachtswolke, gemischt mit Familien- und Deutschlandvorfreude gefangen und habe mich dort häuslich eingerichtet. Ziemlich ernüchternd waren dann die letzten paar Tage des Jahres. Weihnachten rum, Urlaub in Deutschland rum, vor mir mindestens zwei Monate Winter. Stark bleiben!

Monat in Bildern

Weihnachtsstimmung in Philadelphia

Love you!

Magic Garden

Weihnachtsmarkt

Weihnachtsstimmung in Connecticut

Festival of Trees and Traditions

Christmas Tree Farm

Light Fantasia

Christmas

Weihnachtsstimmung in New York

Schaufenster

Engelschor

Rockefeller Tree

Urlaub in Deutschland

Lieblingsbommel

Frankfurt

Lu

Mädelsabend

Neu entdeckt/erstes Mal:

… bei Hooters gegessen – muss nicht nochmal sein.

… in einem deutschen Restaurant in den USA gegessen. Käsespätzle-Liebe!

… einen Coyoten gesehen. Vor meinem Auto auf der Straße. Zum Glück hat er schnell das Weite gesucht!

… die Straße mit massenhaft Pferdekutschen im Amish Country geteilt.

… den Dom, die Paulskirche und andere Frankfurter Sehenswürdigkeiten von innen gesehen.

Vor einem Jahr: Der Dezember 2014 war von wahnsinnig viel Neuem geprägt – erstes Mal Westküste, Washington State, Seattle, Weihnachten nicht zuhause, Kanada, Silvester ohne Feuerwerk,…

Es war ein spannender Monat, in dem ich neue Freundschaften geschlossen habe und noch enger mit meiner Gastfamilie zusammengewachsen bin. Aber auch ein Monat, in dem ich mich öfter als sonst allein oder überfordert gefühlt habe und voralllem die Weihnachtszeit in Deutschland extrem zu schätzen gelernt habe. Der Dezember dieses Jahr war der Monat, in dem mir das Verlängern glaube ich am meisten gebracht hat. Ich habe vieles anders gemacht und die Zeit dadurch viiiel mehr genossen als 2014 (was ja jetzt schon vorletztes Jahr war…).

Blick in die Zukunft: Der ist leider gerade sehr verschwommen. Natürlich habe ich noch einige Pläne für meine letzten vier Monate als Au Pair, meinen Reisemonat und die Rückkehr nach Deutschland. Wie und ob ich die alle umsetzen kann, ist aber noch sehr unklar und wird sich hoffentlich in den nächsten Tagen und Wochen entscheiden. In meinem nächsten Monatsfazit, kann ich euch dann hoffentlich mit all meinen Plänen vollschmettern.

Bis bald mit einem Reisepost oder mehr zu meinem Deutschlandurlaub, Franzi

Hallo 2016…

… ich freue mich auf dich! Eigentlich wollte ich euch eine Liste meiner Vorsätze posten, allerdings war mir das einerseits etwas zu persönlich, andererseits zu nichtssagend, weshalb ich mich gegen eine Liste (wie kann ich nur!) und für ein paar Gedanken entschieden habe…

Wenn ich an die kommenden zwölf Monate denke, denke ich an Veränderung. Die letzten vier Monate meiner Au Pair Zeit, mein Reisemonat, Arbeit, Umzug, Praktikum, Studium. In einem Jahr habe ich hoffentlich ein neues Zuhause gefunden, viele neue spannende Menschen kennengelernt, so viel Zeit wie möglich mit meiner (Gast)Familie und meinen Freunden verbracht, bin zufrieden mit meinem Studium, habe einen Nebenjob, der mich glücklich macht. Ich habe viel vor; will reisen, Sport machen, neue und alte Hobbies finden, die letzten Monate als Au Pair, die ersten als Studentin und die dazwischen so gut nutzen, wie nur möglich.

Ein anderer Vorsatz: nicht mehr erschrecken, wenn die Menschen um mich herum deutsch sprechen. Das tue ich nämlich seit einer knappen Woche in meinem „Zuhause“ in Deutschland, was wohl heißt: ich bin nicht mehr an das Leben hier gewöhnt. Seit knapp eineinhalb Jahren lebe ich in drei Zuhausen in den USA, bin an schnelle Wechsel alle paar Wochen gewöhnt. Ich schlafe in wechselnden Betten, treffe mich mit wechselnden Freunden, lebe wechselnde Leben. In etwa vier Monaten wird sich das ändern. Ich werde die letzten Monate in einen bis drei Koffer packen, meine Gastfamilie, meine Freunde, die USA und mein Au Pair Leben verlassen. Ich werde zurück nach Deutschland kommen, nach Berlin ziehen und anfangen zu studieren.

Meine größte Angst? Nicht reinzukommen. Mich in Heimweh (nach meinem Au Pair Leben) zu verlieren, mich in Deutschland nicht mehr wohl und glücklich zu fühlen. Bei meinen Besuchen kommt mir Deutschland oft klein vor, grau, beschränkt, die Deutschen unfreundlich und pessimistisch. Kann ich hier noch glücklich werden? Ja! Denn wenn ich bei diesem Besuch und auch in den letzten Monaten eines gelernt habe, dann, dass der Ort, an dem wir leben nicht über unser Glück bestimmt. Ich bin in einem Kaff in Connecticut, einer Kleinstadt in South Carolina und einer etwas größeren in Washington State glücklich. Ich bin in Großstädten und Wäldern glücklich. In Deutschland und den USA. Zwar machen mich Reisen und das Entdecken glücklich, aber nicht die Orte an sich. Mich machen die Menschen glücklich, die mich umgeben. Sonnenauf- oder untergänge. Lächelnde Fremde. Die Energie New York Citys. Mich geliebt zu fühlen. Gutes Essen. Ehrliche Umarmungen. Beeindruckende Ausblicke… Und noch so viel mehr. Vorallem aber ist es wohl meine Einstellung, die mich glücklich machen kann. Der Wille, glücklich zu sein, sich auf das Positive zu konzentrieren. Ich will aus 2016 das beste machen. Und das werde ich. Egal wo.

Ich wünsche euch allen ein wundervolles Silvester und ein noch wundervolleres, spannendes und optimistisches Jahr 2016. Egal wo. Bis bald, Franzi

Elfmonatsfazit

Hätte ich nicht verlängert, wäre jetzt mein letzter Monat angebrochen. Durch den Urlaub in Deutschland fühlt es sich eher wie der erste an, inlusiver ganz vieler Deja-Vus, aber auch etwas Heimweh. Jetzt aber erstmal zu meinem Juni!

Gastfamilie: Zu Beginn des Monats habe ich erst einmal den Sommer ganz entspannt mit den Kids genossen – Turnen, Ballett, Park, Bücherei, Spielplatz, Eisessen, See, eine Ballettaufführung oder auch nur spielen im Garten oder mit ihren Spielsachen.

Die zweite Hälfte des Monats war dann ganz stark vom Vermissen geprägt. Während der zwei Wochen habe ich meine Gasteltern, mein Zuhause hier und natürlich besonders die Kinder sehr vermisst. Umso schöner war das Wiedersehen, aber auch die Angst, wenn ich mich endgültig von ihnen verabschieden muss… Zum Glück dauert das ja noch etwas.

Stimmung/Heimweh: Fast den ganzen Monat hatte ich Heimweh. Als ich noch hier in den USA war, fieberte ich meinem Besuch in Deutschland entgegen, freute mich auf meine Familie, Freunde, mein Zimmer, essen, meine Lieblingsorte und so weiter. Als ich dann krank wurde, wollte ich einfach nur noch nach Hause und in Hotel Mama gepflegt werden. Und dann war ich da. Und vermisste die USA. Seit ich wieder hier bin vermisse ich Deutschland bzw. meine Lieblingsmenschen dort. Das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite…

Reisen/Unternehmen: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das schon in meinem letzten Monatsfazit drin hatte, aber die letzten beiden Maitage (mein neuer Monat beginnt ja immer am 28.) verbrachte ich in Neeew Yooork, meiner liebsten Lieblingsstadt. Über das Wochenende habe ich ja schon berichtet. Am Wochenende drauf ging es für einen Tag nach Boston, dazu gibt es auch schon einen Bericht. Das Wochenende danach machte ich den Color Run, ging zum See, in die Mall, ins Kino, in einen superschönen Park in der Nähe, essen und shoppen. Dann stand natürlich die große Reise nach Deutschland an, was ich da so gemacht habe, habe ich euch ja schon geschrieben. Also es war echt viel los, ich habe mich in die Restaurants Chili’s und TGI Fridays verliebt, viel Eis gegessen, war viel am See. Es ist Sommer! <3

Höhepunkte: in Bildern…

Sonntagmorgen in New York...Mit Chia-Pudding die Upper West Side entlangschlendern...

New York – meine Glücks-, Inspirations- und Energiequelle!

Women telling Stories 

So viele inspirierenden Menschen bei der BookCon.

Faneuil HallQuincy Market 

Touritag in Boston – follow the Freedom Trail!

Sommerglück

Nach all dem Schnee kaum zu glauben – auch in Neuengland gibt es Sommer. Und der genießt sich mit den Kindern am See besonders gut.

Nachher 3 

Life is colorful.

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Die Skyline Hartfords. Could be better, but could be a lot worse, too!

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Kinderglücksmomente: den „highest tower ever“ bauen oder eine Raupe auf dem Spielplatz retten.

Off to Germany…

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Erster Stopp: Starbucks. Wo ich mit Schrecken feststellen musste, dass es keinen Cinnamon Dolce Latte gibt.

Das Glück, Freunde und Familie wiederzusehen braucht keine Fotos.

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Tayylor!!

London Street Life20150630_163846

London Street Life und Ausstellung in Frankfurt. Kultururlaub.

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Das Bild stammt zwar schon aus meinem 12. Monat, rundet den Trip aber so gut ab. Back to the US!

Tiefpunkte: krank sein – durchwachte Nächte, Schmerzen, keine Nerven und anstrengende Kinder, Angst, Krankenhaus, Rollstuhlpflicht (so demütigend!!), Hoffnung auf Besserung, Penicillinallergie, Todesausschlag, kein Appetit,…

Heimweh in beide Richtungen.

Andere Menschen/Freunde: In Connecticut lerne ich immer mehr Menschen kennen, die mir immer mehr ans Herz wachsen. Von einigen werde ich mich in den nächsten Wochen schon verabschieden müssen, andere werden mir hoffentlich noch fast bis zum Ende meiner Zeit hier erhalten bleiben. Und alle werde ich irgendwie irgendwo hoffentlich wiedersehen.

Und dann natürlich Deutschland. Und London. Meine allerliebsten Lieblingsmenschen. Dazu muss ich glaube ich nicht mehr viel sagen. <3

Essen/Kaufen/Genießen: Chili’s Guacamole und Skillet Cookies. Tons of Icecream. TGI Fridays. Panera Pasta Primavera. Omas Apfelkuchen. NicNacs. Kaiserschmarrn. Flammkuchen. Brunchen. Bagel. Chai Tea. Zimteis. Kartoffelpuffer. Englische Pubs. Cream Tea. Trüffelpasta. Hugo. Erdbeersekt. Nachos. Pistazien. Endlos.

To Do Haken:

Boston

  • Freedom Trail√
  • Faneuil Marketplace√
  • Quincy Market -> „mehrgeschossiger Einkaufs- und Schlemmerpalast”√
  • Cambridge und Harvard√

Pläne: Mein nächstes Ziel ist Chicago dieses Wochenende. Ich freue mich da schon unheimlich drauf, da Chicago schon von Anfang an auf der Liste meiner Reiseziele ganz weit oben stand, was sich dann durch Berichte von Leuten, die da waren, immer weiter verstärkt hat.

Danach werde ich drei Wochen mit meiner Gastfamilie unterwegs sein und will die Sommerzeit mit den Kids so viel wie möglich genießen.

Außerdem mache ich mir gerade Gedanken über das College und Urlaub in meinem zweiten Jahr, werde mein Hunger Games Fangirl hoffentlich bald etwas triumphieren lassen und der Besuch einer wunderbaren Person nimmt immer klarere Formen an. Life is good! <3

Zeit: Der letzte Monat war ein eindeutiges Beispiel dafür, wie die Zeit verfliegt, wenn es einem gut geht. Die Wochenenden in New York, Boston, mit Freunden, der Sommer mit den Kindern, die Zeit in London und meinen Lieben in Deutschland – zack waren die weg. Was mir in meiner Erinnerung endlos vorkommt? Die zwei Wochen, die ich krank war. No fair! (Das sagen meine Kinder zu so gut wie allem und es ist mittlerweile schon ein Running Gag in meiner Gastfamilie…)

Bis bald wahrscheinlich mit einem Reise- oder Wochenbericht, Franzi

Deutschlandtagebuch

Ich habe festgestellt, dass es zu diesem Post eine perfekte Blogparade gibt, nämlich von Heldenwetter, bei der es um das Heimkommen von einer Reise geht. Auf die Blogparade gestoßen bin ich durch einen Post auf unsettled destination, in dem Izabela auch über die Rückkehr von einem Au Pair Jahr schreibt. Was mir an dieser Blogparade am besten gefällt – man füllt sich nicht so allein. Nicht wie der einzige Alien, der zuhause plötzlich fremd ist.

Hier also meine Eindrücke zu meinem zweiwöchigen Besuch in Deutschland nach 11 Monaten als Au Pair in den USA:

Und jetzt liege ich schon wieder in meinem (hohen) Bett in Connecticut, bin seit anderthalb Stunden wach (es ist sieben Uhr morgens, hallo Jetlag!) und die Zeit in Deutschland ist schon wieder vorbei. Diese zwei Wochen waren sehr emotional, von viel Nachdenken, Euphorie und Vermissen geprägt. Da ich kaum Fotos gemacht habe, teile ich jetzt mal eine Mischung aus Tagebucheinträgen und Kalender mit euch, viel Spaß:

Vor dem Abflug: „Der Tag ist da. Der Countdown runtergezählt, die Taschen gepackt, die Aufregung auf dem Höhepunkt, in meinem Kopf der Gedanke: „Jetzt passiert es wirklich.“ Ich kenne diesen Gedanken, dieses Gefühl, wenn Träume/Visionen/Vorstellungen Wirklichkeit werden. Wenn sie tatsächlich passieren. (…) Und jetzt ist wieder ein Countdown runtergezählt, aber schon lange hat mich keiner mehr so in Aufregung, fast Angst versetzt. Denn es geht zurück. Eine Richtung, der ich in den letzten Monaten bewusst den Rücken zugewandt habe. Nach vorne, dem Neuen entgegen, auf ins Unbekannte. Und jetzt geht es nach Hause, zum Alten und Vertrauten, wenn auch nur für zwei Wochen. Schon lange hat sich nichts mehr so unsicher angefühlt. Wenn alles und alle beim Alten sind, was sollte dann anders sein? Ich.“

Die ersten Tage:

Glücksmomente

  • von meinen Großeltern am Bahnhof abgeholt werden
  • Central mit Katha (es tut mir so leid, dass ich verschlafen habe!!)
  • Ausschlafen können und Hotel Mama genießen
  • Ganz viel Theater (The Picture of Dorian Gray, Der Gestiefelte Kater, Kabale und Liebe, Das politisch korrekte Schneewittchen)
  • Downton Abbey suchten (im Gegensatz zu morgens war ich nachts nämlich fit!)
  • Brunch mit den liebsten Mädels
  • viele Wiedersehen
  • Monet und die Impressionisten
  • Lieblingsessen (Nic Nacs, Omas Apfelkuchen, Zimteis, Bagel, Waffeln, Chai Tea, Trüffelpasta, Flammkuchen… ja ich habe sehr gesund gelebt :D)
  • Autofahren mit Gangschaltung nicht verlernt!

Unglücksmomente

  • die Decke fällt mir auf den Kopf
  • Zimmer und Kleiderschrank passen nicht mehr
  • Gastfamilienvermissen
  • Kein „How are you?“, kein „Have a good one!“
  • in Schulzeiten zurückversetzt

Mir fällt es unheimlich schwer in Worte zu fassen, was mir an Zuhause nicht mehr gefiel, warum es mir – vorallem wenn ich allein war – nicht gut ging.

Wieder da. Wiedersehen mit dem Vertrauten, mit Zuhause. Wochen- und monatelang entgegengefiebert und ausgemalt. Jetzt ist es da und der erste Eindruck, die zweiten Gedanken nicht mehr rückgängig zu machen. Ich fühle mich, als wäre ich aus einem ganz besonderen Urlaub zurückgekehrt, einem intensiven Traum aufgewacht. Wieder in der Realität aber nicht bereit loszulassen. (…) In einer Woche geht es wieder zurück in die USA. Ich werde Mama, Oma, Opa und meine Mädels wieder vermissen, wieder auf meine Gastkinder schimpfen, vom Au Pair Leben genervt sein. Aber etwas wird anders sein. Ich weiß, dass ich gerade da hin gehöre. Dass ich noch nicht bereit bin, zurückzugehen.“

Dann kam der Wochenendtrip nach London, ich war seit einer Woche in Deutschland, der schlimmste Kulturschock war überwunden und ich fühlte mich in meiner zweiten Woche immer wohler und weniger eingeengt.

Glücksmomente

  • meine Theaterkinder wiedergesehen
  • Mädelsabend mit leckerstem Essen, Hugo und Erdbeersekt
  • Sommer
  • See
  • mehr Zeit mit meiner Mama und Großeltern
  • Ausstellung „In 80 Dingen um die Welt“
  • Familienabschiedsessen

Aber: die zweite Woche hatte nur noch drei Tage. Montag, Dienstag, Mittwoch und am Donnerstagmorgen ging es schon wieder zurück. Und das war mir dann irgendwie auch nicht so recht…

„Es ist das Austauschen von Orten, Menschen, Leben, das mit dem Wechsel einhergeht, vor dem ich mich fürchte. 2 Wochen sind genug Zeit, um den übelsten Kulturschok zu überwinden, anzukommen, sich wieder zuhause zu fühlen. Und dann ist die Zeit auch schon vorbei, war irgendwie viel zu kurz. Ich wollte doch noch… Ich dachte, ich könnte noch… Vorbei, es geht wieder zurück. Zurück in das Leben, das mir in den ersten graukalten Deutschlandtagen noch wie ein Traum, ein American Dream, vorkam und jetzt plötzlich wieder wie ungeschönte Realität.“

Und jetzt bin ich wieder hier, gestern morgen noch etwas Heimweh geplant, jetzt aber wieder eingewöhnt und glücklich. „I missed you!“, „I love you!“, hugs and kisses. Als ich beim Frühstück saß, ein Kind auf meinem Schoß, ein anderes an meinem Arm und das dritte an meinen Haaren, sagte die Oma der Kinder, die gerade zu Besuch ist: „Now you know why you came back.“ Oh ja!

Als Fazit: Ich bin sehr froh nach Deutschland gegangen zu sein. Die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden war wunderschön und beruhigend, dass sich freundschaftlich nichts verändert hat, ich nicht vergessen wurde. Auf der anderen Seite, weiß ich jetzt noch mehr zu schätzen, wie glücklich ich hier bin, mich in diesem Leben wohl fühle und die USA mag. Also auf die nächsten 11 Monate!

Bis bald, Franzi

Deutschland, England, USA – kurzes Update

Da ich im Moment ja hauptsächlich Reiseposts mache (und das auch sehr liebe!!), wollte ich mal ein kurzes Update geben, wie es mir so geht.

Die Zeit in Deutschland ist einerseits wunderschön, ich genieße die Zeit mit meiner Familie und meinen Mädels, möchte nicht wieder von ihnen getrennt sein.

Andererseits habe ich seit dem ersten Tag das Gefühl, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, ich fühle mich in die Schulzeit zurückversetzt, eingeengt und anders. Besonders an meinem Zimmer merke ich irgendwie, dass ich inzwischen eine ganz andere Person bin als noch vor 11 Monaten (so lange ist es nämlich schon her, dass ich das erste Mal in New York war!!).

Viel zu viele Klamotten in meinem Schrank, zu viel weiß, Spitze und rosa als Dekoration. So niedergeschrieben nur Kleinigkeiten, hinter denen allerdings viel mehr steckt. Denn mein Zimmer das bin ja irgendwie ich, da steckt ganz viel von mir drin, das ist ein Teil von mir. Ein Rückzugsort, der vor einem Jahr noch perfekt passte und jetzt plötzlich nicht mehr. Da ich nur noch drei Tage hier bin und da ziemlich viel machen werde, wird sich daran bei diesem Besuch nichts mehr ändern, beim nächsten aber bestimmt!

Natürlich spielt da auch ein kleiner Kulturschock mit, ich mag definitiv oberflächliche Freundlichkeit in den USA lieber als (nicht) oberflächliche Unfreundlichkeit, die man leider oft in Deutschland findet. Wann fragt mich mal wieder ein Fremder, wie es mir geht?? :D

Trotzdem fürchte ich mich vor dem Abschied am Donnerstag, denn auch wenn das hier nicht meine Lieblingsstadt ist, ist es doch mein Zuhause, der Ort, an dem die meisten meiner Lieblingsmenschen leben oder mit dem ich sie zumindest verbinde. Ich würde meine Familie und meine Freundinnen am liebsten in meinen Koffer packen und hätte sie immer bei mir… Aber es ist diesmal ja nicht für eine ganz so lange Zeit, dass wir uns nicht sehen!

Dazu war ich letztes Wochenende ja in London mit meiner Mama, habe Franzi getroffen und wir waren bei einem Ellie Goulding und Taylor Swift Konzert. Es war so unglaublich, nur leider war die Zeit mit Franzi viel zu kurz… Ich vermisse dich!! Sobald ich alle Bilder habe, wird es auch einen Post zu London geben.

So bald wie möglich möchte ich auch mein Elfmonatsfazit machen, in erster Linie aber meine Zeit hier genießen, also kann es noch ein bisschen dauern. Wenn ich wieder in den USA bin, werde ich nochmal einen kleinen Rückblick auf die zwei Wochen in Deutschland schreiben und darüber, was ich hier so gemacht habe (zum Beispiel eine wundervolle Ausstellung mit Katha besucht <3).

Jetzt stehe ich mal auf, backe Muffins für heute Abend (Mädelsabend) und genieße Deutschland, solange ich noch hier bin.

Bis bald, Franzi