082016 – Reunions, Münster, Berlin

Nachdem sich hier die letzten Wochen ungeplant eine kleine Funkstille eingeschlichen hat (das Leben kam dazwischen), bin ich jetzt wieder zurück, mit ganz viel zu erzählen aus dem letzten Monat!

Wiedervereint: Im August habe ich einige Menschen wiedergetroffen, die ich zum letzten Mal in während der Schule oder in den USA gesehen habe. Ich liebe es, Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen mich so viele Erinnerungen und Momente verbinden.

Zuerst einmal ist eine liebe Freundin, mit der ich Abi gemacht habe, seit Anfang des Monats auch für ein Praktikum in Berlin. Ich habe sie bei ihrer Ankunft am ZOB abgeholt und habe das Gefühl, seitdem haben wir schon unheimlich viel zusammen erlebt. Picknicks, Ausflüge, Seen, Museen, viele durchgemachte und durchgeredete Nächte. Wahnsinn, wie schnell einem ein Mensch so sehr ans Herz wachsen kann.

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Leider nur ganz kurz, aber trotzdem sehr schön, war Ende August eine andere Schulfreundin hier zu Besuch. Da ich an den beiden Tagen ziemlich viel arbeiten musste, haben wir uns immer nur abends gesehen und die Zeit stand dann ganz im Zeichen des Essens. Allem voran, dieses wahnsinnige Erlebnis:

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Auch eine Au Pair Freundin kam für ein Wochenende nach Berlin, was ich ganz kurzfristig erfuhr und glücklicherweise haben wir es geschafft uns zu einem gemütlichen Sonntagsfrühstück im DALUMA zu treffen. Acai Bowls, Smoothies, und und und… Sehr berlinerisch, obwohl es auch New York hätte sein können. Und in ganz vielen Erinnerungen an diese Traumstadt haben wir dementsprechend auch geschwelgt.

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Und last but not least, habe ich für ein Wochenende Berlin verlassen, um die wunderbare Chrissi wiederzutreffen. Wir schwärmten von unseren Gastfamilien, schauten Disneyfilme, bekundeten unsere Connecticut Liebe und sie zeigte mir das wunderschöne…

Neu entdeckt: … Münster! Ich war vorher noch nie da und hatte auch nicht wirklich ein Bild von der Stadt. Umso begeisterter war ich von der tollen, historischen Altstadt, dem leckeren Essen, der Promenade, dem See, dem Schloss und, und, und… Hätte das ja wirklich nicht erwartet, aber je mehr ich davon sehe, desto lieber mag ich tatsächlich auch Deutschland.

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Und noch eine andere Stadt wurde im August neu entdeckt – Potsdam. Ist ja von Berlin aus im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend und so, so, so schön! Wieder ein Schloss, das holländische Viertel und mein Highlight, die Cupcakes der Krümelfee. Perfekter Sommertag!

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Sommer geliebt: Apropos Sommertag, im August hat das schöne Wetter sich noch einmal angestrengt und ich habe das gnadenlos ausgenutzt (und tue es immernoch, denn auch der September ist bisher wunderschön). Es ging an den See, auf Rooftop Bars, wir saßen vor Cafés in der Sonne, liefen durch die verrückten Berliner Nächte bis die Sonne wieder aufging, hörten Musik im Park, lagen in Liegestühlen mit den Füßen im Sand. Wir lebten den Sommer in dieser wunderschönen, vielseitigen Stadt, inklusive allabendlicher traumschöner Sonnenuntergänge!

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Schockmoment: Stell dir vor, du liegst nachts schlafend in deinem Bett. Du meinst, ein Licht zu sehen, die sich öffnende Tür zu hören. Bestimmt ein Traum, denkst du und drehst dich auf die andere Seite. Bis du wieder wach wirst. Du hörst flüsternde Stimmen. In deinem Zimmer. Blinzelst durch die müden Augenlider und siehst ein Licht, das dir ins Gesicht scheint. Einbrecher! ist dein erster Gedanke. Unauffällig blinzelst du weiter. Und siehst neben dem Licht einen Mann im Anzug. Du schließt die Augen wieder. Was ist hier los? Doch nur ein Traum? Aber die Geräusche nehmen nicht ab, du musst etwas tun. Öffnest vorsichtig wieder die Augen, siehst auf dem Boden eine deiner Mitbewohnerinnen in einem unförmigen Anzug. Sie rollt Richtung Fenster. Du starrst sie an. Sie starrt zurück. Was ist hier los? Plötzlich geht das Licht an, Bewegung kommt ins Zimmer. Der Mann im Anzug kommt auf dich zu, gibt dir die Hand und sagt: „Hallo Franzi, ich bin Joko Winterscheid von Pro7 und wir haben uns einen kleinen Spaß in eurer WG erlaubt.“ Es ist 3 Uhr nachts. Das ist kein Traum.

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Kultur erlebt: Berlin ist so voller Galerien, Museen und Veranstaltungen, das eigentlich jeder Tag, den man zuhause verbringt, verschwendet ist. Trotzdem braucht es auch diese Zuhause Abende, an denen etwas Leckeres gekocht und sich mit seichten Youtube Videos die Zeit vertrieben wird. An vielen Abenden und Wochenenden raffe ich mich aber nochmal auf gehe raus und entdecke Berlin. Das führte letzten Monat zu einem Besuch des Museums unter dem Denkmal der ermordeten Juden. Umfangreicher als erwartet, sehr persönlich, sehr gut und natürlich auch sehr beklemmend.

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Auf der Suche nach einem kleinen Lichtblick, liefen wir nach dem Museumsbesuch noch durch Mitte und fanden uns im Regierungsviertel wieder. Bis Anfang Oktober, wird hier noch jeden Abend zu Sonnenuntergang eine Lichtshow zum Thema „Für das Volk. Vom Reichstag zum Bundestag“ projiziert. Sehr interessant, zum größten Teil aber auch etwas trocken. Wenn dann aber die Mauer fällt, Menschen sich lachend und weinend in den Armen liegen und „An Tagen wie diesen“ gesungen wird, kommt die Gänsehaut und mit ihr die Dankbarkeit, in so einer besonderen und einzigartigen Stadt leben zu können.

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Ebenfalls im Regierungsviertel wurden letzten Monat zum Tag der Offenen Tür die Pforten geöffnet. Ich stand dabei etwas vor dem „Berlin Problem“: zu viel Auswahl, Überforderung, Lähmung. Was ich jedoch mitnahm und mir anschaute, brachte neue Denkanstöße und einen spannenden Blick hinter die Kulissen.

Eigentlich als ein kleiner Ausflug in eine schönere Welt gedacht, war unser Besuch in der „Allure“ Ausstellung im C/O Berlin. Das war sie auch, doch dann machten wir uns auf den Weg in den ersten Stock der Galerie. Der dort wartende Film über die Straßen des Heroinhandels war alles andere als schön, sondern eher verstörend, aufrüttelnd, beängstigend. Und immer wieder faszinierend zu sehen, was für unterschiedliche Gesichter und Wirkungen „Kunst“ hat.

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Das war es auch schon zu meinem August, wenn möglich wird der September sogar noch toller und abwechslungsreicher, denn es ist schon viel passiert und noch einiges geplant. Das gibt mir zwar einerseits viel zu berichten, macht andererseits das Bloggen aber auch nicht so einfach. Ich gebe aber mein bestes, zumindest ein bis zweimal pro Woche von mir hören zu lassen!

Bis bald (fingers crossed), Franzi

072016 – Freundschaft, Arbeit, Stadtflucht

Es ist August. Der letzte richtige Sommermonat. Der vorletzte Monat meines Praktikums (das doch erst im letzten begonnen hat!). Ein hoffentlich entspannter Monat, in dem die ersten Punkte der Sommer-To-Do-Liste bereits abgehakt sind und wir uns nicht mehr voller Tatendrang in jeden Sonnenstrahl stürzen, sondern auch einfach mal einen warmen Tag am See oder auf dem Balkon verquatschen. Ich freu mich drauf! Mehr zu meinen August Plänen allerdings am Ende und jetzt wird erst noch mal ein kurzer Blick zurück geworfen in einen der gefühlt am schnellsten vergehenden Monate des Jahres.

Im Büro: Im Juli ging ja mein Praktikum los und da ist auch schon so einiges passiert. Ich habe viel geschrieben, viel gelernt, gekocht, fotografiert, war bei Shootings, auf Location Suche und Shopping Trips. Außerdem ist das Team absolut toll, das Büro wunderschön – ich bin begeistert! Und auch wenn es manchmal sehr früh ist, stehe ich hier sehr gerne auf und freue mich auf das, was die Tage so bringen.

Work
Mein Arbeitsplatz
Locations
Location Scouting im Tiergarten
Arbeitsausflug
„Arbeitsausflug“ auf die Pfaueninsel

In Berlin: Im Juli habe ich versucht so viel wie möglich von Berlin zu sehen und dabei mal wieder festgestellt, wie riesig und vielfältig diese Stadt ist. Wohl eine meiner Lieblingsbeschäftigungen gerade im Sommer hier sind die vielen Märkte. Bisher war ich auf dem Weddingmarkt, mit ganz vielen Designern, dem RAW-Flohmarkt, dem riiiesigen Flohmarkt am Mauerpark und dem Kreuzboerg Flowmarkt.

Flohmarkt Location
Flohmarkt in den Prinzessinnengärten – der Name bürgt für Qualität, oder?

Holzhaus

Toll sind auch diese Veranstaltungen, die ganz besonders und einzigartig in Berlin sind. Zum Beispiel das Gelato Festival, bei dem man für 9 Euro über 10 verschiedene, ganz ungewöhnliche Eissorten testen konnte und dann für seine liebste abstimmte. Mein Favorit hat sogar gewonnen – griechisches Joghurteis mit Cranberries, Honig, Knusper und Nüssen. So gut! Außerdem waren wir bei der Ben & Jerry’s Movie Night, wie der Name schon sagt, gab es wieder Eis (gratis!) und dazu „Ziemlich beste Freunde“ unter freiem Himmel.

Gelato Winner
Eine der leckeren Sorten beim Gelato Festival!

Ebenfalls unter freiem Himmel war auch mein Besuch bei der Shakespeare Company Berlin, deren „Kaufmann von Venedig“ mich absolut umgehauen hat und das Public Viewing im komplett überfüllten Biergarten am Fehrbelliner Platz. Ganz besonders war auch der Besuch im „Live there House“ von Airbnb, bei dem Melodie Michelberger und Fabian Hart mit extrem klugen und interessanten Zuhörern (zu denen ich plötzlich auch gehörte) über Mode und mehr diskutierten.

Shakespeare Company
Der Park, in dem die Shakespeare Company auftritt.
Airbnb
Im Airbnb Haus.

Dann war da auch noch die Nachtausstellung des Foreign Affairs Festivals in den Festspielen Berlin. Sehr moderne Kunst und etwas verwirrend, aber auch sehr cool. Und last but not least bei den typisch Berlin Erfahrungen: Bier Yoga. Ist genau das, wonach es klingt, man macht Yoga, trinkt dabei Bier, balanciert die Flasche wahlweise auf Knie oder Kopf und hat sehr viel zu lachen.

Installation
Die Nachtausstellung beim Foreign Affairs Festival.

Ausstellung

Bieryoga
Fröhliche Verrenkungen beim Bier Yoga!

Aus der Stadt: So sehr ich Berlin liebe, habe ich der Stadt im Juli auch zweimal den Rücken zugewandt, um fürs Wochenende aufs Land zu fahren (fühle mich wie 60 während ich das schreibe). Einmal ging es nach Mecklenburg, an die Müritzer Seenplatte. Mit anderen ehemaligen Au Pairs und Work & Travellern schipperte ich in einem Kanu übers Wasser, was nicht so einfach war, wie man denkt. Aber glücklicherweise sind wir auch nicht gekentert und hatten sehr viel Spaß! Abends haben wir dann noch gegrillt, einen Film geschaut, Lagerfeuer gemacht und auf einem wunderschönen Landgut übernachtet, bevor es Sonntagnachmittag wieder in die Heimat ging. Das ganze hatte so einen nostalgischen Klassenfahrtenflair, wozu vielleicht auch „Findet Nemo“ als Filmwahl und endlose Tischtennismatches beitrugen. Von diesem Wochenende gibt es auch kein einziges Bild, was ja meistens ein gutes Zeichen ist!

Eine Woche später hüpfte ich mit meiner liebsten Mitpraktikantin in den Zug gen Norden. Wir verbrachten das Wochenende in Rostock, also an der Ostsee. In meinem Meer Post habe ich ja schon einige Eindrücke geteilt, einen kleinen Reisebericht wird es auf jeden Fall auch noch geben, denn Rostock ist eine super süße Stadt und perfekt für ein Wochenende mit Urlaubsgefühlen zum Mitnehmen.

Bohlen
Ostseeliebe

In Gedanken: Gedanken, die mich im Juli bewegten. Allerdings hauptsächlich die traurig-pessimistischen, die ich auch aufschrieb.

„Nur ich. Keine Bedeutung, keine Konsequenzen, who cares?“

„Ich erfülle mir meine Träume, baue mir hier ein Leben auf. Liebe die Stadt, liebe die Möglichkeiten. Aber ist das wirklich das richtige? Kann ich hier glücklich werden? Wann werde ich aufhören, mich wie in einer Blase zu fühlen?“

„Schon lange nicht mehr so ein Gefühlschaos an einem Abend erlebt.“

„Niemand kennt mich hier. Das geht so weit, dass ich das Gefühl habe, mich selbst nicht mehr zu kennen. Ein weißes Blatt in einer bunten Stadt. Weggehweht.“

Will mutig sein, mich neu erfinden, alles probieren. Alles? Nein. Nicht um jeden Preis. Ich weiß vielleicht noch nicht genau, wer ich bin, aber dafür, wer ich nicht bin.“

„Es gibt keine Sicherheit, keine Garantie, die uns sagt, ob wir 90 oder 29 werden. Wir wissen es nicht und sind allein mit der Unsicherheit und endlosen Entscheidungen, wie wir unsere Zukunft gestalten.“

In der Zukunft:  Wie schon angedeutet, wird der August voraussichtlich ein ziemlich entspannter Monat. Ich habe einen Wochenendtrip geplant, um eine Au Pair Freundin wieder zu sehen, einige andere Freunde werde ich in Berlin treffen. Ansonsten will ich hier noch mehr ankommen, ein bisschen besser orientiert sein und den Sommer genießen. Denn der September und Oktober werden mit Besuchen, Arbeit, Umzug und Unistart wahrscheinlich ziemlich voll, daher wird im August nochmal durchgeatmet.

Bis bald, Franzi

062016 – London, Holland, Berlin

Wie der Titel schon verrät, ist mal wieder ein Monat um (hier bitte das obligatorische „Oh nein, wie kann die Zeit nur so schnell vorbei gehen?!“ einsetzen) und der Juni war gerade im Nachhinein betrachtet ziemlich spannend und reisefreudig. Ich verbrachte ihn in drei Ländern und zog außerdem um. Also los geht’s mit einem kleinen Rückblick:

Gereist: Am ersten Juni Wochenende ging es zu Besuch bei einer lieben Freundin für vier Tage in eine meiner Lieblingsstädte – nach London! Irgendwie ist das keine Stadt, die mir so präsent ist, wie zum Beispiel New York, aber wann immer ich wiederkomme, frage ich mich, wie ich London eigentlich vergessen konnte. Ich gelobe also Besserung und werde hoffentlich bald wieder einmal zurückkommen. Posts zu all den Dingen, die ich gemacht habe – es waren so einige – kommen nach meinen Reisemonatsposts. Hier aber schonmal ein paar Eindrücke:

Skygarden
Der Sky Garden – leider ziemlich neblig, aber trotzdem wunderschön.

London

London Primrose Hill
Sieht nicht nach Großstadt aus, fühlte sich auch nicht so an, war aber wunderschön: Primrose Hill
Cream Tea
Den in jeder Hinsicht süßesten Tee hatten wir in der BB Bakery in Covent Garden – ganz in pink!

Ein weiterer Besuch zog mich nach Holland – eigentlich nach Venlo, mit Ausflügen nach Den Haag und Amsterdam. Während ich die Hauptstadt schon kannte, von dieser wunderschönen Stadt aber kaum genug bekommen kann, war ich von Den Haag positiv überrascht, denn auch diese Stadt ist super süß und hat die perfekte Kombi von gemütlicher Altstadt mit Strand und Meer. Auch Venlo gefiel mir echt gut, natürlich besonders mit der richtigen Gesellschaft – nochmal vielen Dank, dass du mich aufgenommen hast!

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Grachten, Blumen, schöne Fassaden: Amsterdam!

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Den Haag
Ich sollte es glaube ich zu einer Regel machen, es jeden Monat mindestens einmal ans Meer zu schaffen. Mein Happy Place!
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Mit leckeren Getränken und der richtigen Gesellschaft fühlt es sich auch bei Wolken wie Sommer an.

Geliebt: habe ich diesen Monat so einiges. Unter anderem die Tatsache, dass meine Familie und ganz viele meiner Lieben jetzt wieder in der selben Zeitzone wie ich leben und wir nur noch einen Anruf oder eine Zugfahrt voneinander entfernt sind.

Außerdem hatte ich im Juni ganz viel Zeit zu schreiben. Für den Blog, für mich und beruflich. Und liebe es! Dank meines Praktikums wird das auch noch eine Weile so weitergehen.

Neben dem Schreiben habe ich auch gern geredet – nämlich auf einer Berufsmesse für meine Au Pair Agentur Aifs. Sechs Stunden am Stück Begeisterung für die USA und das Au Pair Leben verbreiten? Kann ich!

Meine größte „Liebe“ diesen Monat war aber wohl mein neues Zuhause – Berlin. Obwohl ich immer noch für die meisten Wege Google Maps brauche, wie ein begeisterter Tourist Fotos schieße und über das eine oder andere nur den Kopf schütteln kann – fühle ich mich in dieser großen, bunten, verrückten Stadt tatsächlich zuhause. Und sehr glücklich.

Museumsinsel
Bei einem ersten Stadtspaziergang mit meiner liebsten Katha.
In Love
IN LOVE – mit dieser Stadt.
Flohmarkt RAW
Berlin = Flohmärkte. Dieser hier auf einem leerstehenden Industriegelände. (Der Müll rechts wurde übrigens nicht verkauft!)
Charlottenburg
Selbe Stadt – anders Gesicht: Charlottenburg. 

Berlin Impression

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Eins meiner liebsten Erlebnisse bisher – auf der Shopping Night der Show & Order Messe zur Fashion Week.

Gelitten: Eine lapidare Bemerkung meiner Zahnärztin führte zum wohl größten körperlichen Leiden im Juni – meine Weisheitszähne mussten raus…Das ging zum Glück alles entspannter von statten als ich es erwartet hatte und war dank guter Tabletten auch nur mit minimalen Schmerzen verbunden. Trotzdem bin ich froh, dass sie jetzt raus sind und ich wieder voller Freude in einen Apfel beißen kann.

Größer als das körperliche Leiden war definitiv das seelische, denn an einigen Tagen habe ich meine Gastfamilie in den USA schon sehr vermisst. Ob beim Skypen mit den Kiddos oder in kleinen Alltagssituationen – sie fehlen hier einfach…

Gesucht und gefunden: Ein weiteres großes und etwas furchteinflößendes Projekt letzten Monat war die Suche einer Wohnung in Berlin. Zwar bin ich für den Moment in einer wunderschönen WG unter, allerdings nur zur Zwischenmiete. Und da ich ja gerne voraus plane, habe ich mich schon mal nach etwas ab Herbst umgesehen und wurde auch fündig: Im Oktober werde ich in meine erste ganz eigene Wohnung ziehen und freue mich schon unheimlich darauf. Die Suche ging im Endeffekt auch viel schneller und unkomplizierter rum als erwartet, meine etwas verfrühte Panik hat sich also gelohnt. :D Und der unterschriebene Mietvertrag gibt mir noch ein bisschen mehr das Gefühl, hier jetzt zuhause zu sein.

Bis bald, Franzi

Gedanken – neues Zuhause in Berlin

Eine Woche ist es jetzt her, dass ich mal wieder entscheiden musste, was ich in meinen Koffer packe. Nicht für einen Urlaub, sondern für einen Umzug, einen Neuanfang, einen neuen Lebensabschnitt. Eine Woche ist es her, dass ich im ICE nach Berlin saß; das erste Mal durch Charlottenburg auf der Suche nach „meinem Zuhause“ war. Seit einer Woche lebe ich zwar nicht allein, aber doch auf mich allein gestellt, bin so frei und unabhängig wie wohl noch nie zuvor. Zeit, mal ein kleines Resume zu ziehen, wie es mir bisher so geht – in der neuen Stadt, dem neuen Kapitel, diesem Erwachsensein…

Die Tage davor: Wie auch schon vor meinem letzten großen Umzug – dem in die USA 2014 – waren die Tage und Wochen davor viel schlimmer und emotionaler als die eigentliche Sache. Diesmal war ich jetlag-geplagt und zwischen zwei Gefühlen hin und her gerissen:

Einerseits fiel mir zuhause die Decke auf den Kopf, alles schien zwei Jahre zuvor stehen geblieben zu sein und ich fühlte mich, als würde ich in ein zu kleines Puppenhaus zurückkehren. Alles schön und harmonisch, voller Erinnerungen, aber ich passte irgendwie nicht mehr rein. Außerdem hatte ich zwar Dinge zu tun, aber keine „große“ Aufgabe, keinen Rahmen, in dem ich meinen Tag gestaltete, keine Routine. Ich konnte nachts nicht schlafen, war den ganzen Tag über müde, hatte keine Energie und wusste nichts so richtig mit mir anzufangen. Dieser Teil von mir vermisste meine Gastfamilie, war aber auch bereit für das Neue. Für Berlin.

Bellevue

Diese Gefühlslage wäre ja jetzt die ideale Situation für einen Umzug gewesen, aber das war (leider) nicht meine einzige Stimmung. Denn neben all der Fremdheit, den Schwierigkeiten anzukommen, fühlte ich mich doch auch zuhause. All die Dinge, die ich in den letzten zwei Jahren vermisst hatte, konnte ich plötzlich wieder ganz selbstverständlich tun. Die Menschen, die gefehlt hatten, waren wieder um mich. Ich kochte abends mit meiner Mama, wir unterhielten uns über alles und nichts, schauten Filme. Vertraut. Ich fuhr für einen Mittag zu meinen Großeltern, wurde glücklich erwartet, gemästet, die Bionade stand bereit. Vertraut. Ich ging in die Stadt, traf mich mit meinen Mädels, wir verbrachten die Abende in unseren Lieblingsrestaurants. Vertraut. Ich schrieb wieder für die örtliche Zeitung, ging zu Terminen, war Journalistin. Vertraut. Und immer wusste ich – diese Vertrautheit wird nicht andauern. Die Tage zuhause sind gezählt, dann steht wieder etwas Neues an. Neue Menschen, neue Orte, neue Aufgaben. Wieder die Komfortzone verlassen, wieder fremd sein.

Haus der Kulturen der Welt

Die Ankunft: Und dann ging es letzten Sonntag (endlich) los – die Komfortzone wurde durchbrochen, auf ins Neue leben. Am Bahnhof war ich noch traurig, während der Zugfahrt ging es mir besser, beim Betreten meines Zimmers war ich einfach nur noch glücklich. Das hier fühlte sich richtig an. Das war, was ich wollte. Ich hatte die Komfortzone und den inneren Schweinehund überwunden und tat das, was ich eigentlich wollte. Nach Berlin ziehen, in einer Großstadt leben, selbstständig und auf mich gestellt sein. Eine Woche später bin ich darüber immer noch glücklich. Natürlich gibt es die Momente und kleinen Stiche des Heimwehs, aber an die bin ich gewöhnt und im Gegensatz zu den letzten zwei Jahren, kann ich jetzt einfach das Handy in die Hand nehmen und zeitunverschoben mit meinen Liebsten reden.

Spree

Meistens liebe ich mein Leben hier. Ich liebe mein Zimmer und die Wohnung, liebe es rausgehen zu können und mittendrin zu sein. In der Stadt, im Leben. Ich liebe es, bekannte Orte, wie den Ku’damm oder das Brandenburger Tor, ganz beiläufig und selbstverständlich im Alltag, zum Beispiel auf dem Weg zum Zahnarzt, zu sehen. Ich liebe es jeden Tag neue Orte zu sehen und zu entdecken, mir auszumalen, wie diese Orte irgendwann vielleicht zu Lieblingsplätzen werden, wie Erinnerungen hier geschaffen werden. Ich liebe es, nur für mich verantwortlich zu sein – zu entscheiden, wann ich aufstehe, was ich esse, wo ich hingehe.

Streetlife

In dieser Selbstverantwortlichkeit liegt allerdings auch das „aber“, denn natürlich bin ich nicht nur glücklich, natürlich ist nicht alles perfekt. Das „aber“ ist das Alleinsein. Kein selbstgewähltes Alleinsein, sondern das Wissen, hier so gut wie niemanden zu kennen, kein Netzwerk, keinen Kreis zu haben. Ich bin (noch) fremd hier. Auch das ist ein Gefühl, das ich von den Anfängen meiner Au Pair Zeit kenne. Ich weiß, dass es vorbei gehen wird, dass ich hier ankommen werde, mich vernetzen und Wurzeln schlagen werde. Dieser Prozess fängt schon an, jeden Tag bin ich ein bisschen mehr zuhause. Trotzdem ist es kein schönes Gefühl, trotzdem sind da die Momente der Einsamkeit, des Zweifelns.

Aber wie mit der Komfortzone sind die es wert, um weiter zu kommen, Neues zu entdecken, Träume zu verwirklichen. Also mach ich weiter und kann in ein paar Monaten hoffentlich lächelnd auf diese Anfangsschwierigkeiten zurückschauen.

Bis bald, Franzi