082016 – Reunions, Münster, Berlin

Nachdem sich hier die letzten Wochen ungeplant eine kleine Funkstille eingeschlichen hat (das Leben kam dazwischen), bin ich jetzt wieder zurück, mit ganz viel zu erzählen aus dem letzten Monat!

Wiedervereint: Im August habe ich einige Menschen wiedergetroffen, die ich zum letzten Mal in während der Schule oder in den USA gesehen habe. Ich liebe es, Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen mich so viele Erinnerungen und Momente verbinden.

Zuerst einmal ist eine liebe Freundin, mit der ich Abi gemacht habe, seit Anfang des Monats auch für ein Praktikum in Berlin. Ich habe sie bei ihrer Ankunft am ZOB abgeholt und habe das Gefühl, seitdem haben wir schon unheimlich viel zusammen erlebt. Picknicks, Ausflüge, Seen, Museen, viele durchgemachte und durchgeredete Nächte. Wahnsinn, wie schnell einem ein Mensch so sehr ans Herz wachsen kann.

20160813_185219

Leider nur ganz kurz, aber trotzdem sehr schön, war Ende August eine andere Schulfreundin hier zu Besuch. Da ich an den beiden Tagen ziemlich viel arbeiten musste, haben wir uns immer nur abends gesehen und die Zeit stand dann ganz im Zeichen des Essens. Allem voran, dieses wahnsinnige Erlebnis:

20160831_220006

Auch eine Au Pair Freundin kam für ein Wochenende nach Berlin, was ich ganz kurzfristig erfuhr und glücklicherweise haben wir es geschafft uns zu einem gemütlichen Sonntagsfrühstück im DALUMA zu treffen. Acai Bowls, Smoothies, und und und… Sehr berlinerisch, obwohl es auch New York hätte sein können. Und in ganz vielen Erinnerungen an diese Traumstadt haben wir dementsprechend auch geschwelgt.

20160819_165702

Und last but not least, habe ich für ein Wochenende Berlin verlassen, um die wunderbare Chrissi wiederzutreffen. Wir schwärmten von unseren Gastfamilien, schauten Disneyfilme, bekundeten unsere Connecticut Liebe und sie zeigte mir das wunderschöne…

Neu entdeckt: … Münster! Ich war vorher noch nie da und hatte auch nicht wirklich ein Bild von der Stadt. Umso begeisterter war ich von der tollen, historischen Altstadt, dem leckeren Essen, der Promenade, dem See, dem Schloss und, und, und… Hätte das ja wirklich nicht erwartet, aber je mehr ich davon sehe, desto lieber mag ich tatsächlich auch Deutschland.

20160820_131217

20160821_151548

Und noch eine andere Stadt wurde im August neu entdeckt – Potsdam. Ist ja von Berlin aus im wahrsten Sinne des Wortes naheliegend und so, so, so schön! Wieder ein Schloss, das holländische Viertel und mein Highlight, die Cupcakes der Krümelfee. Perfekter Sommertag!

20160807_152711

20160807_142732

Sommer geliebt: Apropos Sommertag, im August hat das schöne Wetter sich noch einmal angestrengt und ich habe das gnadenlos ausgenutzt (und tue es immernoch, denn auch der September ist bisher wunderschön). Es ging an den See, auf Rooftop Bars, wir saßen vor Cafés in der Sonne, liefen durch die verrückten Berliner Nächte bis die Sonne wieder aufging, hörten Musik im Park, lagen in Liegestühlen mit den Füßen im Sand. Wir lebten den Sommer in dieser wunderschönen, vielseitigen Stadt, inklusive allabendlicher traumschöner Sonnenuntergänge!

20160813_150859

20160813_193249

20160827_174558

20160808_203405

20160805_213119

Schockmoment: Stell dir vor, du liegst nachts schlafend in deinem Bett. Du meinst, ein Licht zu sehen, die sich öffnende Tür zu hören. Bestimmt ein Traum, denkst du und drehst dich auf die andere Seite. Bis du wieder wach wirst. Du hörst flüsternde Stimmen. In deinem Zimmer. Blinzelst durch die müden Augenlider und siehst ein Licht, das dir ins Gesicht scheint. Einbrecher! ist dein erster Gedanke. Unauffällig blinzelst du weiter. Und siehst neben dem Licht einen Mann im Anzug. Du schließt die Augen wieder. Was ist hier los? Doch nur ein Traum? Aber die Geräusche nehmen nicht ab, du musst etwas tun. Öffnest vorsichtig wieder die Augen, siehst auf dem Boden eine deiner Mitbewohnerinnen in einem unförmigen Anzug. Sie rollt Richtung Fenster. Du starrst sie an. Sie starrt zurück. Was ist hier los? Plötzlich geht das Licht an, Bewegung kommt ins Zimmer. Der Mann im Anzug kommt auf dich zu, gibt dir die Hand und sagt: „Hallo Franzi, ich bin Joko Winterscheid von Pro7 und wir haben uns einen kleinen Spaß in eurer WG erlaubt.“ Es ist 3 Uhr nachts. Das ist kein Traum.

20160813_213133_LLS

Kultur erlebt: Berlin ist so voller Galerien, Museen und Veranstaltungen, das eigentlich jeder Tag, den man zuhause verbringt, verschwendet ist. Trotzdem braucht es auch diese Zuhause Abende, an denen etwas Leckeres gekocht und sich mit seichten Youtube Videos die Zeit vertrieben wird. An vielen Abenden und Wochenenden raffe ich mich aber nochmal auf gehe raus und entdecke Berlin. Das führte letzten Monat zu einem Besuch des Museums unter dem Denkmal der ermordeten Juden. Umfangreicher als erwartet, sehr persönlich, sehr gut und natürlich auch sehr beklemmend.

20160823_195242

Auf der Suche nach einem kleinen Lichtblick, liefen wir nach dem Museumsbesuch noch durch Mitte und fanden uns im Regierungsviertel wieder. Bis Anfang Oktober, wird hier noch jeden Abend zu Sonnenuntergang eine Lichtshow zum Thema „Für das Volk. Vom Reichstag zum Bundestag“ projiziert. Sehr interessant, zum größten Teil aber auch etwas trocken. Wenn dann aber die Mauer fällt, Menschen sich lachend und weinend in den Armen liegen und „An Tagen wie diesen“ gesungen wird, kommt die Gänsehaut und mit ihr die Dankbarkeit, in so einer besonderen und einzigartigen Stadt leben zu können.

20160823_204222

Ebenfalls im Regierungsviertel wurden letzten Monat zum Tag der Offenen Tür die Pforten geöffnet. Ich stand dabei etwas vor dem „Berlin Problem“: zu viel Auswahl, Überforderung, Lähmung. Was ich jedoch mitnahm und mir anschaute, brachte neue Denkanstöße und einen spannenden Blick hinter die Kulissen.

Eigentlich als ein kleiner Ausflug in eine schönere Welt gedacht, war unser Besuch in der „Allure“ Ausstellung im C/O Berlin. Das war sie auch, doch dann machten wir uns auf den Weg in den ersten Stock der Galerie. Der dort wartende Film über die Straßen des Heroinhandels war alles andere als schön, sondern eher verstörend, aufrüttelnd, beängstigend. Und immer wieder faszinierend zu sehen, was für unterschiedliche Gesichter und Wirkungen „Kunst“ hat.

20160814_165602

Das war es auch schon zu meinem August, wenn möglich wird der September sogar noch toller und abwechslungsreicher, denn es ist schon viel passiert und noch einiges geplant. Das gibt mir zwar einerseits viel zu berichten, macht andererseits das Bloggen aber auch nicht so einfach. Ich gebe aber mein bestes, zumindest ein bis zweimal pro Woche von mir hören zu lassen!

Bis bald (fingers crossed), Franzi

Dreizehnmonatsfazit

Über ein Jahr ist jetzt schon rum und nach zwölfmal den gleichen Kategorien am Ende eines Monats, dachte ich mir, es ist Zeit für etwas Veränderung und deshalb kommen hier die Kategorien für die nächsten/letzten neun Monate meines Au Pair Lebens…

Mit meiner Gastfamilie: … war ich in Chautauqua, NY (dazu in meinem Update etwas mehr)

… bin ich gaaanz viel geschwommen (bzw. den Kindern). Ob Meer, See, Fluss oder Pool – wir haben es alles durch.

… habe ich einiges an Kultur genossen (Konzerte, Ballett, Oper, Bibliotheken)

… habe ich das Ende der Sommerferien (mit Playdates, Wohnzimmerschlössern, Cookies, Beerenpflücken, Spielplätzen) sowie den Schulanfang (mit ganz viel Aufregung bei den Kids und ganz viel Freizeit bei mir) zelebriert.

… habe ich viiiele Stunden im Auto verbracht (10 Stunden von Chautauqua nach Connecticut und 15 Stunden von Connecticut nach South Carolina)

… hatte ich mal wieder eine Hotel Night in Virginia, was nicht nur für die Kinder aufregend ist.

… habe ich eine neue und ziemlich volle Routine zwischen Schule, Ballett, Tap, Musik, Hausaufgaben und natürlich Essen und Playtime entwickelt (wir arbeiten noch dran…)

Mit Freunden:  … ich habe Lu in Vermont besucht und sie seit April das erste Mal wiedergesehen

… ich habe ganz viel Zeit mit Lisa (mit und ohne ihre Gastkinder) in Connecticut verbracht.

… ich war mit den Mädels bei Six Flags und im Drive In Kino.

…ich habe Lu auch in Spartanburg wiedergesehen und wir waren unter anderem bei einem Outdoor Konzert in Greenville, SC.

… ich habe endlich ein anderes Au Pair in SC kennengelernt.

… ich habe seit über einem Jahr mit den drei wundervollsten Freundinnen gleichzeitig geskypt!

Allein: … hatte ich auch ein ganz gutes Kulturprogramm (Theater, Jacob’s Pillow, Lesungen in Chautauqua)

… war ich für einen Abend bei den Niagarafällen – und positiv überwältigt.

… war ich in New Orleans – und habe mich nicht nur in die Stadt sondern vorallem die Menschen dort verliebt.

… hab ich mich beim Gym angemeldet – und es bis jetzt noch nicht bereut (ist auch erst eine Woche her)

Stimmung: Beeindruckt. Überwältigt. Überfordert. Wie ihr in den vorherigen Kategorien schon seht, war mal wieder viel los. Viele tolle Momente, tolle Orte, tolle Menschen. Viele Fotos, die ich gerne zum Leben erwecken und noch einmal durchleben würde. Aber sie sind vorbei. Vorbeigeflogen im Strudel der Ereignisse und bei einigen von ihnen habe ich das Gefühl, sie gar nicht wirklich wahrgenommen zu haben. Vielleicht war ich müde, weil ich den Tag davor schon so viel unterwegs war. Oder in Gedanken schon beim nächsten Tag, dem nächsten Highlight.

Der August war ein wunderschöner Monat, aber er hätte definitiv länger sein müssen! Ich hätte da noch ein paar leere Tage gebraucht, um mal die Notbremse zu ziehen, zu schlafen, zu rekapitulieren, zu würdigen. Ich habe gerade das Gefühl, mich nicht mehr an den vergangenen Tag, die vergangene Woche zu erinnern, weil so viel durcheinander hüpft. Wenn man mich fragt: Was gibt es Neues? Ist meine Antwort meist: Nichts so wirklich. Und dann sitze ich zuhause, schaue in meinen Kalender und sehe all das Neue auf dem Papier, aber nicht in meinem Kopf. Die gute Neuigkeit: Dieses Wochenende werde ich zwei Tage lang ausschlafen, es langsam angehen lassen und rekapitulieren – muss auch mal sein!

Monat in Bildern:

20150729_163751

20150802_171438

Amphitheater

20150803_170953

Niagara Falls

20150809_105120

20150809_172509

Vermont Store

Beautiful Vermont

20150809_172314

Downtown Middlebury

Happiest Place

20150814_151641

Jacobs Pillow

Six Flags

20150816_141504

Hotel

Love where you live

Pooldays

Schnappi

Neu entdeckt/erstes Mal:

  • In Chautauqua
  • Eine Oper live gesehen
  • Im Theater geweint
  • Bei den Niagarafällen
  • In Vermont
  • Eine richtige Fußgängerzone in den USA gefunden (Burlington, VT)
  • Von modernem Ballett begeistert gewesen
  • Zu Six Flags
  • Candy Cookies gebacken
  • „The Croods“ gesehen (so ein süßer Film!)
  • „Vacation“ gesehen (nicht so süß, aber witzig)
  • Alle drei Kids ganztags in der Schule
  • Im Waffle House gegessen
  • In New Orleans
  • Beignets gegessen (ein Muss in NOLA, so lecker!!)
  • Ein Au Pair in meiner Stadt in SC kennengelernt
  • In Greenville
  • Im Fitnessstudio
  • Personal Training gehabt (ich war tot!!)

Vor einem Jahr: August 2014 war der erste komplette Monat in den USA. Ich war super aufgeregt, begeistert, euphorisch.  Alles war groß, neu, schön. Ich schien keine Verpflichtungen mehr zu haben nach monatelangem Lernen, sondern endlich frei zu sein. Ich war absolut verliebt in meine Kids und meine Gastfamilie (bin ich immer noch, nur nicht mehr ganz so rosarot). Ich machte allerdings auch viel, dass ich mir bis dahin nie zugetraut hätte. Ich war noch etwas einsam, alles war fremd, ungewohnt. Ich strotzte nur so vor Energie. Etwa alles, das ich machte, sah, probierte hätte in die Kategorie „Erstes Mal“ gepasst.

Wenn ich mich daran zurückerinnere und mein erstes Monatsfazit lesen, fühle ich mich etwa wie 100. Alles ist inzwischen so viel vertrauter, nicht mehr so unendlich aufregend, aber auch nicht mehr so unendlich fremd. Und noch immer gibt es so viel zu tun, so viel zu entdecken, so viel zu erleben. Diese Euphorie und diesen Tatendrang habe ich zum Glück in den letzten 12 Monaten immer nur ganz kurz verloren.  Und sie kamen immer wieder zurück.

Blick in die Zukunft: Als mein Hostdad mich letzte Woche fragte, was denn mein nächster großer Trip sei, musste ich ihm eine erschreckende Antwort geben: ich weiß es nicht. Tatsächlich scheint mit dem Ende des Sommers auch ein vorläufiges Ende der sich überschlagenden Ereignisse einherzugehen. Aber ein paar Pläne habe ich natürlich trotzdem.

Im September will ich

… die letzten Sommertage in SC genießen.

… die ersten Herbsttage in CT genießen.

… so viel Zeit wie möglich mit Lu verbringen, bevor sie nach London geht.

… sämtliche Pumpkin Spice Süßigkeiten der USA ausprobieren.

… mindestens einen Tag in NYC verbringen. Die Stadt fehlt mir!

… meinen online Collegekurs anfangen, für den ich mich schon angemeldet habe. Am 21. geht es mit American Studies los.

… den Flug nach Seattle allein mit meinen beiden kleinen Gastkindern (5) erfolgreich überleben.

… alle meine Freunde in Connecticut in zwei kurzen Wochen sehen.

… weiter ins Gym gehen.

… meine Schulfreizeit genießen, aber auch sinnvoll nutzen.

… mehr im Moment leben.

… nicht zu viel planen/organisieren.

In 30 Tagen seht ihr, wie und ob das alles geklappt hat.

Bis dann, Franzi